Hochzeiten:Ein tierisch guter Zeuge

Lesezeit: 2 min

Hochzeiten: Colorado gilt als der haustierfreundlichste US-Bundesstaat. Hunde können dort sogar Trauzeugen werden - ihr Pfotenabdruck gilt als Unterschrift.

Colorado gilt als der haustierfreundlichste US-Bundesstaat. Hunde können dort sogar Trauzeugen werden - ihr Pfotenabdruck gilt als Unterschrift.

(Foto: imago stock&people/imago/Danita Delimont)

Im US-Bundesstaat Colorado dürfen Heiratswillige einen Trauzeugen aufbieten, der vielen Paaren ohnehin als ihr bester Freund gilt: den eigenen Hund.

Von Claus Hulverscheidt

Wer die Frau oder den Mann fürs Leben gefunden hat, ist mit der Partnerwahl längst noch nicht fertig. Spätestens zur Hochzeit nämlich müssen Braut und Bräutigam einen oder zwei Menschen auswählen, die ihnen an diesem so bedeutenden Tag zur Seite stehen und offiziell Zeugnis ablegen, dass hier zwei Menschen den Bund der Ehe eingehen wollen. Für manchen ist schnell klar, wer Trauzeugin oder Trauzeuge werden soll - die beste Freundin, der Bruder, der Lieblingskollege. Heiratsratgeber wie Weddyplace aber warnen davor, die Frage auf die leichte Schulter zu nehmen, und nennen gleich ein Dutzend Kriterien, die das Brautpaar beachten sollte: "Welche Personen möchtet Ihr gern bei einer so emotional aufgeladenen und nervenaufreibenden Veranstaltung um Euch haben?", heißt es da. Oder: "Wer kennt Euch am besten und kann Euch notfalls beruhigen? Wer kann gut organisieren und mit Menschen umgehen?"

Geht man das Anforderungsprofil einmal durch, erscheint es plötzlich logisch, dass sich Hochzeitswillige im US-Bundesstaat Colorado gerne für einen sehr speziellen Zeugen entscheiden. Sie oder er hört gerne auf Namen wie Bella, Lola, Buddy oder Cooper, ist freundlich zu den Gästen, vertreibt notfalls Störenfriede, wird vom Standesamt als vollwertiger Zeuge betrachtet und gilt gemeinhin sowieso als bester Freund des Menschen: der eigene Hund. Es reicht, eine Pfote des Vierbeiners mit bunten Farben zu bepinseln und unten links auf dem Trauschein einen Abdruck zu hinterlassen - dort, wo "Witness" steht. Man muss nur aufpassen, dass der Unterzeichner beim anschließenden freudigen Herumtollen nicht das Parkett oder den hellbeigen Teppich ruiniert.

Nun kommt den Bürgern Colorados ein Umstand zugute, der die Sache stark vereinfacht und zudem verhindert, dass den Standesbeamten an jedem Abend vor lauter Hundegebell die Ohren klingeln: Wer in dem Rocky-Mountains-Staat in den Stand der Ehe eintreten will, braucht nämlich gar nicht aufs Amt zu gehen. Das heiratswillige Paar muss bei der Kommune lediglich einen Trauschein beantragen, 30 Dollar Gebühr zahlen, unterschreiben und die Urkunde binnen 35 Tagen zurückschicken. Auch eine Reihe weiterer US-Bundesstaaten handhabt das so. Wem ein solches Verfahren zu profan und zu wenig feierlich ist, kann sich aber auch von einem Richter, einem Standesbeamten, einem Stammesvertreter oder einem Geistlichen offiziell trauen lassen.

Mehr Hunde als Kinder in Denver

Als Zeuge "unterschreiben" dürfen in Colorado theoretisch auch die Hauskatze, das Kaninchen, der Kanarienvogel oder jedes andere Haustier, das die Geduld aufbringt, sich die Tatzen oder Füße einfärben zu lassen. Alton Dillard, Mitarbeiter im Standesamt der Landeshauptstadt Denver, hält das für völlig normal, wie er jüngst dem Nachrichtenportal erzählte. Schließlich gilt Colorado als jener US-Bundesstaat, der am haustierfreundlichsten sein soll. Vor allem Hunde sind höchst beliebt, wie die jüngste Volkszählung ergab. Demnach leben etwa in der Metropole Denver mehr Hunde als Kinder. Eine wunderbare Nachricht für alle Heiratswilligen: Das Angebot an potenziellen Trauzeugen ist riesengroß.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB