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USA:Eltern von Hunderten Flüchtlingskindern nicht auffindbar

Kinder auf dem Weg ins Cayuga Center in New York. Das Pflegezentrum kümmert sich unter anderem um minderjährige, unbegleitete Geflüchtete.

(Foto: Rainmaker Photo/MediaPunch/Media)

Die Familien waren infolge eines Grenzprogramms der Trump-Regierung zwangsweise getrennt und in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt worden. Nun suchen Freiwillige nach den Eltern.

Nach ihrer Trennung an der Grenze der USA mit Mexiko können die Eltern von 545 Kindern nicht gefunden werden. Das teilten von einem Gericht bestellte Anwälte mit. Freiwillige suchten nach Kindern und Eltern und gingen in Honduras und Guatemala von Tür zu Tür, berichtete die Bürgerrechtsorganisation ACLU, die deswegen geklagt hatte. Sie ging davon aus, das zwei Drittel der Eltern in ihren Heimatländern sind.

Die Kinder waren zum Beginn der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump zwischen dem 1. Juli 2017 und dem 26. Juni 2018 von ihren Eltern getrennt worden. Die Praxis endete erst, als ein Bundesgericht in San Diego anordnete, dass Kinder in der Obhut der Regierung mit ihren Eltern vereint werden müssen. Die Regierung hatte damals ein lückenhaftes Nachverfolgungssystem.

Bis zum Juni 2018 sind unter der "Null Toleranz"-Politik von Trumps Regierung mehr als 2700 Kinder an der Grenze von ihren Eltern getrennt worden. Die Politik zielte darauf ab, jeden Erwachsenen strafrechtlich zu verfolgen, der auf illegale Weise die Grenze aus Mexiko überschreitet. Später wurde aufgedeckt, dass die Regierung schon früher als damals bekannt Familien voneinander trennte.

© SZ/AP/bix/odg
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