SZ am MorgenNachrichten des Tages – die Übersicht für Eilige

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Die Waffenruhe zwischen den USA und Iran ist hinfällig geworden. (Archivbild)
Die Waffenruhe zwischen den USA und Iran ist hinfällig geworden. (Archivbild) Stringer/Reuters

SZ am Morgen.

Von Roman Deininger

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Vor ein paar Jahren stand ich in London in der legendärsten Warteschlange der Welt. Während des Tennisturniers von Wimbledon formiert sich „The Queue“ täglich aus Tausenden Fans, die eine Restkarte ergattern wollen. Streng genommen handelt es sich dabei weniger um ein Anstellen, als vielmehr um ein Anliegen: Eine Nacht in der Schlange muss man schon investieren, um die Chance auf ein Centre-Court-Ticket zu haben. Eine Wiese dient als Campingplatz.

An meine Erfahrungen auf diesem etwas weniger sakralen Teil des heiligen Rasens von Wimbledon musste ich denken, als ich am Sonntagabend im Fernsehen das Finale zwischen Alexander Zverev und Jannik Sinner sah. „Das Niveau war spektakulär“, schreibt unser Tennis-Reporter Gerald Kleffmann in seiner Reportage aus London. Auch wenn Zverev am Ende in vier Sätzen unterlag: Für dieses Spiel hätte ich sofort eine Nacht in der „Queue“ verbracht und in Kauf genommen, dass strenge Stewards ständig ihren Kopf ins Zelt stecken, die Insassen zählen und unerlaubte Wasserflaschen beschlagnahmen.

Bundeskanzler Friedrich Merz war für das Finale – mutmaßlich ganz ohne Schlangestehen – ein Platz in der Royal Box zugewiesen worden, den er nach Einschätzung des Kollegen Kleffmann auch modisch auszufüllen wusste („Jäger-grünes Sakko“). Für Merz war der Ausflug jedenfalls sicher angenehmer, als in Berlin zu bleiben und dort die Frage zu beantworten, ob er während des großen Stromausfalls Anfang des Jahres mit dem Regierenden Bürgermeister und CDU-Parteifreund Kai Wegner telefoniert hat.

Unsere Korrespondentin Meredith Haaf fasst die Debattenlage in etwa so zusammen: Wegner behauptet Ja, Merz tendiert zu Nein. Nach Wegners Rückzug soll nun Finanz- und Kultursenator Stefan Evers die Berliner CDU in den Wahlkampf führen. Evers, berichtet Kollegin Haaf, ist für manche in der Hauptstadt allerdings nicht weniger als ein Feindbild.

In der anbrechenden Woche jährt sich zum fünften Mal die Flutkatastrophe des Juli 2021, bei der in Deutschland mehr als 180 Menschen starben. Ich war in jenen Tagen selbst als Reporter im Krisengebiet unterwegs und habe gesehen, wie Menschen in den schlammigen Trümmern ihrer Existenz standen. Meine Kollegin Kathrin Wiesel-Lancé hat nun zum Stand des Wiederaufbaus recherchiert und die Familie Paffenholz im Ahrtal besucht – Menschen, die sich ihre Heimat nicht nehmen lassen wollen.

Zum Schluss will ich Ihnen nicht verschweigen, dass Sie in Hamburg jetzt ein Theaterstück über den kürzlich in der Ostsee verblichenen Buckelwal Timmy sehen können. Das geht Ihnen doch zu weit? Okay, dann lesen Sie doch einfach nur die angemessen heitere Rezension meiner Kollegin Christiane Lutz.

Was heute wichtig ist

USA schließen weitere Angriffswelle gegen Iran ab. Es war die vierte Angriffswelle seit Mittwoch. Ziel seien unter anderem Luftabwehrsysteme des iranischen Militärs gewesen, teilte das US-Zentralkommando mit. UN-Generalsekretär Guterres zeigte sich zutiefst besorgt über die „erhebliche Eskalation“. Zum Liveblog zum Krieg in Nahost

Brandkatastrophe mit 27 Toten in Bangkok – Ermittlungen laufen. In einem Bierlokal in der Nähe eines beliebten Markts in der thailändischen Hauptstadt bricht ein Feuer aus. Neun Männer und 18 Frauen sterben, mindestens 63 Menschen sind verletzt – 22 davon schwer. Noch ist unklar, wie es zu der Katastrophe kommen konnte. Zum Artikel

Hitzewelle in Europa forderte mehr als 10 000 zusätzliche Todesopfer. Hohe Temperaturen können tödlich sein, insbesondere ältere Menschen sind stark gefährdet. Sterbestatistiken aus 27 europäischen Ländern zeigen das Ausmaß der Hitzewelle im vergangenen Monat. Zum Artikel

  • Andalusien: Zahl der Toten bei Waldbränden in Spanien steigt auf 13

Zverev verliert Wimbledon-Finale. Tennis-Deutschland muss weiter auf einen Wimbledon-Sieger nach Becker und Stich warten: Alexander Zverev verliert ein umkämpftes und hochklassiges Finale in vier Sätzen gegen den Weltranglistenersten Jannik Sinner. Zum Artikel

Weitere wichtige Themen

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Digitalwende: Wie Krankenkassen bei der Digitalisierung mitmischen wollen. Barmer-Chef Christoph Straub schildert im Interview, warum er die Krankenkassen als Treiber bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens sieht. Die elektronische Patientenakte soll dabei zur zentralen Plattform werden. Auch wichtig: Die Mehrheit zweifelt einer neuen Studie zufolge an der Wirksamkeit eines Social-Media-Verbots für Minderjährige. Zum Briefing

Geoökonomie: Yuan-Kurs: Die größte Exportsubvention der Welt. Ist Chinas Währung künstlich zu billig? Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Debatte neu angeheizt. Der Währungsexperte Bernhard Herz erklärt im Interview, wie Peking den Yuan stützt, warum das europäischen Unternehmen schadet – und weshalb China sein Wirtschaftsmodell grundlegend verändern müsste. Zum Briefing

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