US-Ermittler haben nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Medien den New Yorker Wohnsitz des Trump-Anwalts Rudy Giuliani wegen dessen Rolle in der Ukraine-Affäre durchsucht. Die New York Times sowie die TV-Sender CNN und NBC berichteten unter Berufung auf anonyme Quellen von dem Vorgehen der Behörden gegen den 76-Jährigen, bei dem unter anderem elektronische Gegenstände beschlagnahmt worden seien.
Zunächst hatte die New York Times die Durchsuchung in Manhattans Upper East Side sowie in Giulianis Büro in New York öffentlich gemacht. Sie hänge zusammen mit seiner Verwicklung in die Ukraine-Affäre, die zum ersten Amtsenthebungsverfahren gegen Ex-Präsident Donald Trump wegen des Vorwurfs des Macht- und Amtsmissbrauchs geführt hatte. Das Lager des im November abgewählten Trump hatte versucht, den Präsidentschaftskonkurrenten Joe Biden mit angeblichen zweifelhaften Geschäften seines Sohnes Hunter in der Ukraine in Verbindung zu bringen.

USA:"Die Zukunft gehört Amerika"
In seiner ersten Rede vor dem Kongress kündigt US-Präsident Biden einen stärkeren Staat an. Die Demokratie müsse sich im Wettstreit mit autokratischen Systemen beweisen.
Trumps Anwalt Rudy Giuliani, von 1994 bis 2001 Bürgermeister von New York, spielte bei dem Unterfangen eine Schlüsselrolle und drängte ukrainische Behörden vergeblich zu Ermittlungen gegen die Bidens. Laut der New York Times konzentrierten sich die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft gegen Giuliani auch darauf, ob dieser unlauteren Einfluss auf die Trump-Regierung im Auftrag ukrainischer Geschäftsleute ausgeübt habe. Biden gewann die Wahl im vergangenen Jahr und ist seit Januar US-Präsident.
Giulianis Anwalt Robert Costello veröffentlichte eine Stellungnahme und wies alle Vorwürfe zurück. Sein Mandant respektiere das Recht, hieß es darin, und er könne belegen, dass er sich juristisch und ethisch völlig korrekt verhalten habe.
Die Durchsuchung durch Ermittlungsbehörden bedeutet nicht, dass von einer Schuld Giulianis ausgegangen werden kann. Allerdings ist die von einem Richter genehmigte Ermächtigung gegen einen Anwalt, noch dazu dem des Ex-Präsidenten, selten. Sie markiert auch einen bedeutenden Punkt bei den Ermittlungen gegen Giuliani, die schon länger andauern und US-Medien zufolge immer wieder von der Trump-Regierung blockiert worden waren.

