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USA:Trump-Sprecherin lehnt Kommentar zu Berichten über Truppenabzug ab

Donald Trump in Ramstein

US-Präsident Donald Trump während eines Zwischenstopps auf dem Stützpunkt der US-Luftwaffe in Ramstein im Dezember 2018.

(Foto: Shealah Craighead/dpa)

Der Präsident prüfe ständig die beste Aufstellung der US-Streitkräfte in Übersee, hieß es lediglich. Laut Medienberichten will Trump 9500 Soldaten aus Deutschland abziehen.

Eine Sprecherin von US-Präsident Donald Trump hat einen Kommentar zu Berichten über Pläne zum Abzug amerikanischer Truppen aus Deutschland abgelehnt. Der Präsident prüfe ständig die beste Aufstellung für die US-Streitkräfte in Übersee, erklärte Kayleigh McEnany. Trump und der gerade zurückgetretene US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatten bereits im vergangenen Jahr mit einem Truppenabzug gedroht - auch mit Blick auf die deutschen Militärausgaben, die trotz einer deutlichen Erhöhung noch weit unter dem Nato-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen.

Medienberichten zufolge will Trump 9500 der etwa 34 500 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Nach Angaben aus Koalitionskreisen hat die Bundesregierung trotz Anfragen auf verschiedenen diplomatischen Wegen keine Antwort von der Regierung in Washington erhalten, ob dies zutrifft. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte, bis Montagmittag habe ihr noch keine offizielle Bestätigung der US-Regierung dafür vorgelegen. Sie kenne bisher auch nur die Informationen aus der Presse, erklärte die CDU-Chefin nach einer Schaltkonferenz des Parteipräsidiums. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wollte sich nicht zu den Berichten äußern.

Kramp-Karrenbauer sagte, dass die Präsenz der US-Soldaten in Deutschland der Gesamtsicherheit im Nato-Bündnis diene, also auch der amerikanischen Sicherheit. Das sei die "Grundlage, auf der wir zusammenarbeiten". Im Übrigen sei das auch die Grundlage, auf der viele amerikanische Soldaten ein "wirklicher Bestandteil" in der hiesigen Gesellschaft seien. Sie seien gut integriert und spielten vor Ort ein wichtige Rolle.

Stoltenberg sagte in einer Online-Debatte der Denkfabriken Atlantic Council und German Marshall Fund of the United States (GMF), er könne Spekulationen niemals kommentieren. Er könne nur sagen, dass man mit den USA und allen anderen Alliierten ständig über die Militärpräsenz in Europa berate.

Stoltenberg wies zudem darauf hin, dass die USA ihre Präsenz auf dem Kontinent zuletzt sogar wieder ausgebaut hatten. So gebe es mehr rotierende Truppen in den baltischen Staaten und in Rumänien sowie mehr US-Präsenz auf der spanischen Marinebasis Rota und in Norwegen. Zudem hätten die USA unter anderem die Führung der Nato-Kampftruppe in Polen übernommen. "Europäische Alliierte und die Vereinigten Staaten (...) machen derzeit mehr zusammen als in vielen Jahren davor", sagte Stoltenberg.

Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum, rechnet nicht damit, dass Trump Truppen aus Deutschland abzieht. "Ich sage voraus: Es wird keinen Abzug dieser Soldaten geben", sagte er der Passauer Neuen Presse. "Trump ist groß in seinen Ankündigungen und handelt dann doch nicht."

© SZ.de/Reuters/dpa/mkoh/mane
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