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USA:Trump bestraft illoyales Verhalten sofort

Trumps Rache für illoyales Verhalten kommt stets umgehend und ungefiltert. Am Donnerstag etwa hat es seinen im März gefeuerten Außenminister Rex Tillerson getroffen. Also den Mann, den Trump selbst für das wichtigste Ministeramt auserwählt hatte. Tillerson, schreibt Trump am Freitag auf Twitter, sei "dumm wie ein Stein" und "faul wie Hölle". Er habe ihn nicht schnell genug loswerden können.

Was Tillerson verbrochen hat? Er hat am Donnerstag auf einer Podiumsdiskussion erstmals offen über seine Zeit mit Trump gesprochen. Es sei als Chef des Ölkonzerns ExxonMobil aus einem in höchstem Maße prozessorientierten Unternehmen gekommen. Es sei deshalb eine große Herausforderung gewesen, "für einen Mann zu arbeiten, der ziemlich undiszipliniert ist, der nicht gerne liest, der keine Akten liest, der es nicht mag, in die Details zu gehen, und der lieber sagt: Schau, das ist es, was ich glaube. Du kannst versuchen mich von etwas anderem zu überzeugen. Aber in der Regel wirst du das nicht schaffen."

Tillerson durchbricht die Mauer der Anonymität

Und oft, wenn Trump mal wieder gesagt hat, was er will und wie er es umgesetzt sehen will, da habe er, Tillerson, eingreifen und Trump erklären müssen: "Herr Präsident, ich verstehe, was Sie vorhaben, aber das können Sie so nicht machen. Es würde gegen das Gesetz verstoßen." Das habe Trump sehr frustriert. "Ich glaube er ist meiner überdrüssig geworden, weil ich der Typ war, der jeden Tag ankam und ihm sagte: Das kannst Du nicht tun."

Das sind alles keine große Neuigkeiten. Die entnervende Schlichtheit des US-Präsidenten wurde oft beschrieben. Allerdings fast immer von anonymen Quellen. Tillerson durchbricht jetzt diese Mauer der Anonymität.

Nimmt Barr seine Rolle so ernst, wie er es offenbar unter George H.W. Bush getan hat, dann ist der Konflikt mit Trump programmiert. Dann wird er die Ermittlungen von Mueller nicht zu behindern oder zu steuern versuchen. Dann wird er Mueller einfach arbeiten lassen, wie schon damals, als Mueller unter Barr die Kriminal-Abteilung im Justizministerium geleitet hat. Dann wird Barr die Unabhängigkeit seines Ministeriums verteidigen. Vor allem gegen Trump. Der hat in Hunderten von Tweets die Mueller-Ermittlungen als Hexenjagd gegen ihn verteufelt. Und neben Mueller und Sessions auch führende Mitarbeiter des Ministeriums bezichtigt, im Grunde von den Demokraten gesteuert zu sein.

Stabschef John Kelly könnte Trumps nächstes Opfer werden

Vermutlich wird sich Barr also irgendwann genauso von Trump beschimpfen lassen müssen, wie Sessions oder Tillerson oder die vielen anderen, die in Ungnade gefallen sind oder die Trump einfach nicht mag.

John Kelly könnte der nächste sein. US-Medien spekulieren, dass Trump seinen Stabschef noch an diesem Wochenende entlassen könnte. Der hochdekorierte General hält das Weiße Haus mehr schlecht als recht zusammen. Was vor allem am Präsidenten liegt. Kelly ist angeblich ziemlich unglücklich. Weswegen sich seit Monaten Gerüchte halten, dass sein Absprung kurz bevor steht. Vielleicht wird auch er eines Tages offen reden. So wie Tillerson. Trumps Rache dürfte ihm sicher sein.