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USA:Das teuerste Kriegsschiff

"Das Schiff kann sich im Grunde allein fahren", sagt ein amerikanischer Marinesoldat über die USS Gerald R. Ford.

(Foto: U.S. Navy/AP)

Der mehr als 13 Milliarden Dollar teure Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" wird am Samstag auf der Ostküsten-Marinebasis Norfolk in Dienst gestellt.

Pfadfinder marschieren im Gleichschritt, Soldaten salutieren, Studenten singen die US-Hymne. Dann schmettert Susan Ford Bales, Tochter des ehemaligen US-Präsidenten Gerald Ford, eine Flasche gegen das 40 Meter breite und 337 Meter lange Schiff. Und weihte damit im November 2013 den nach ihrem Vater benannten, teuersten Flugzeugträger der Welt ein. An diesem Samstag, dreieinhalb Jahre und über 30 Monate Bauverzögerung später, sticht die USS Gerald R. Ford nun von der Ostküsten-Marinebasis Naval Station Norfolk in See.

Auch US-Präsident Donald Trump wird kommen, verkündete die US-Navy. Ein Pflichttermin,bedenkt man seine Ankündigung, die US-Flotte von 276 auf insgesamt 350 Schiffe auszubauen. Doch auch alle anderen Fans des amerikanischen Militärs dürften sich über diese Zäsur freuen. Die USS Gerald R. Ford ist das erste Schiff einer ganz neuen Baureihe von US-Flugzeugträgern. Und ersetzt künftig die Nimitz-Serie, nach der alle zehn seit 1975 gebauten US-Flugzeugträger konstruiert wurden.

"Das Schiff kann sich im Grunde allein fahren", sagte US-Marine-Soldat Jose Triana dem Fernsehsender CNN. Die alten US-Flugzeugträger werden mit einem traditionellen Drosselsystem angetrieben und gelenkt. Beim neuen Modell setzt das US-Militär nun auf den modernen Touch-Screen. Zudem laufen an Bord mehr Prozesse automatisch ab, so werden 30 Prozent weniger Personen gebraucht - was immer noch 2700 Matrosen bedeutet. Die größte Veränderung aber betrifft Katapulte und Fangnetze, die es so nicht mehr gibt. Flugzeuge starten und landen elektromagnetisch. So sollen bis zu einem Drittel mehr Starts und Landungen möglich sein, pro Tag bis zu 270.

Im Jahr 2020 soll wieder ein Ex-Präsident Namensgeber für ein Schiff sein: John F. Kennedy

13 Milliarden Dollar kostet das wohl teuerste Kriegsschiff der Welt. Nicht mitgerechnet sind etwa 4,7 Milliarden Dollar für die Entwicklung der Technologien. Auch Schiff zwei und drei der neuen Baureihe sind bereits in Auftrag gegeben. Insgesamt kosten die drei Schiffe 42 Milliarden Dollar. Das sind fast sieben Prozent des US-Militäretats von 2016, der 611 Milliarden Dollar betrug. Der erste atombetriebene Flugzeugträger, die 1961 in Betrieb gefahrene USS Enterprise, kostete nach heutigem Geldwert geschätzte 3,4 Milliarden Dollar.

Nicht wirklich neu ist, dass das Schiff nach einem Staatsoberhaupt benannt wurde. Der 38. Präsident der Vereinigten Staaten, Gerald R. Ford, regierte von 1974 bis 1977. Zwar trugen viele der ersten Flugzeugträger aus den 1920er- und 30er-Jahren Namen von historischen Schlachten, etwa Monterey oder Bennington. Doch bereits 1945 ging die USS Franklin D. Roosevelt zu Wasser, von der Crew betitelt als "Swanky Franky". So richtig populär wurde die präsidiale Namensgebung aber erst mit der Nimitz-Reihe. Sieben der zehn Schiffe trugen Präsidentennamen. Auch das für 2020 geplante Schiff setzt die Reihe fort: die USS John F. Kennedy.

Doch 2025 läuft dann, so lautet zumindest der aktuelle Plan, die USS Enterprise aus. Sie wird damit seit der USS America von 1965 das erste Schiff sein, das nicht nach einer wichtigen Persönlichkeit benannt ist.

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