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USA:Clinton-Vertraute trennt sich von Skandalpolitiker Anthony Weiner

New York mayoral candidate Anthony Weiner and his wife Huma Abedin attend a news conference in New York

Weiner mit seiner Frau Huma Abedin bei einer Pressekonferenz während seines Wahlkampfes zum New Yorker Bürgermeister im Jahr 2013. Damals hatte er sich schon zum zweiten Mal beim Sexting erwischen lassen.

(Foto: REUTERS)
  • Das Verschicken anzüglicher Bilder an weibliche Twitter-Bekanntschaften hatte den Demokraten Weiner 2011 sein Abgeordnetenmandat im Repräsentantenhaus gekostet.
  • Und er tat es wieder: Erneutes Sexting vermasselte ihm 2013 die Bürgermeister-Kandidatur in New York.
  • Seine Frau, eine enge Vertraute von Hillary Clinton, hat sich nun von ihm getrennt.

Am Montag verschwand zunächst Anthony Weiners Twitter-Konto, dann seine Ehe. Und wer die Biografie des ehemaligen Politikers kennt, ahnt, dass die Erklärung schmuddelig werden könnte.

Und in der Tat: Am Sonntag hatte die konservative Boulevardzeitung New York Post den 51-Jährigen erneut des außerehelichen Sextings überführt.

Das Verschicken anzüglicher Bilder an weibliche Twitter-Bekanntschaften hatte den Demokraten Weiner 2011 sein Abgeordnetenmandat im Repräsentantenhaus gekostet. Die Enthüllung, dass er auch nach seinem Rücktritt (und Paar-Therapie) unter dem Namen "Carlos Danger" seinem Foto-Hobby nachging und Telefonsex mit fremden Frauen hatte, vermasselte ihm 2013 die Bürgermeister-Kandidatur in New York.

Von der Karriere des talentierten Politikers blieben Penis-Fotos und eine demütigende Pressekonferenz mit seiner Ehefrau Huma Abedin in Erinnerung. Abedin ist Mitarbeiterin und engste Vertraute Hillary Clintons, Bill Clinton führte 2010 die Ehe-Zeremonie für Abedin und Weiner durch.

Die Fotos schickte Weiner ausgerechnet an eine Trump-Anhängerin

Nun ist die Ehe am Ende: Kurz nachdem Weiner offensichtlich sein Twitter-Profil gelöscht hatte, gab Abedin eine Mitteilung heraus: Nach "langen schmerzhaften Überlegungen" sei sie zu dem Entschluss gekommen, sich zu trennen, heißt es dort. Die beiden haben gemeinsam einen kleinen Sohn.

Die nun veröffentlichten Fotos, die Weiner offenbar ausgerechnet einer Trump-Anhängerin geschickt hat, zeigen ihn bauchfrei und in Unterhose, die seinen Schritt betonen. Im Gegenzug erhielt er Bikinifotos. Auf einem Foto ist im Hintergrund auch sein Sohn beim Schlafen zu sehen. Man sei "befreundet" gewesen, so die Erklärung des New Yorkers, die Fotos seien immer "angemessen" gewesen. Der Rest sei Privatsache.

Zuletzt war Weiner, der inzwischen als Berater tätig ist, wieder häufiger medial präsent. Im Frühsommer erst war ein Dokumentarfilm über Weiners fehlgeschlagene Bürgermeister-Kampagne in die US-Kinos gekommen. Zudem trat der für seine Wortgewandtheit bekannte Demokrat in Talkshows auf, hatte in der liberalen New York Daily News eine Zeitungskolumne (die nun eingestellt wird) und war auf Twitter sehr aktiv.

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Trump bezeichnet Weiner als "Perversen" und "Widerling"

Der 51-Jährige nutzte die 140 Zeichen vor allem dafür, Donald Trump zu verspotten. "Ich finde Gefallen daran, wenn ich die Trump-Trolle auf die Palme bringe", erklärte er noch vor Kurzem der New York Times. "Ich glaube nicht, dass es ein perverser Spaß ist, sondern ehrlicher, guter Spaß."

Trump, der Weiner als "Perversen" und "Widerling" bezeichnet hatte, schlüpfte entsprechend am Montag in die Rolle des gönnerhaften Eheberaters: "Huma hat eine sehr weise Entscheidung getroffen", ließ er verlauten. "Ich kenne Anthony Weiner gut und sie wird ohne ihn ein besseres Leben haben."

Zugleich kritisierte er Hillary Clinton dafür, Weiner "in die Nähe von geheimen Informationen" gelassen zu haben. "Wer weiß, was er herausgefunden hat und wem er etwas erzählt hat." Für keine dieser Vermutungen gibt es jedoch den kleinsten Hinweis.

"Das, was mich erfolgreich gemacht hat, hat mir auch geholfen, zu überleben: Meine emotionale Verkabelung funktioniert nicht vollständig", erklärte Weiner vor einigen Wochen, auf den Medienrummel nach den Skandalen angesprochen. "Ich habe eine dicke Haut. Ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen - man könnte sagen, dass meine emotionale Verkabelung nicht besonders gut funktioniert hat."