Süddeutsche Zeitung

USA:Jury empfiehlt lebenslänglich wegen Mordes in Charlottesville

  • Eine US-amerikanische Jury hat lebenslange Haft für James Fields vorgeschlagen.
  • Der Neonazi war im August 2017 am Rande eines rechtsnationalen Aufmarsches in Charlottesville mit seinem Wagen in eine Gruppe von Gegendemonstranten gefahren. Eine Frau wurde dabei getötet.

Eine Geschworenen-Jury empfiehlt, den US-Neonazi James Fields wegen Mordes an einer Demonstrantin in Charlottesville zu lebenslanger Haft zu verurteilen. Medienberichten zufolge beträgt das vorgeschlagene Strafmaß insgesamt: lebenslänglich plus 419 Jahre Haft plus 480 000 Dollar Strafzahlung.

Der Mann war im August 2017 am Rande eines Aufmarschs von Rechtsextremisten mit seinem Wagen in eine Gruppe von Gegendemonstranten gefahren. Dabei wurde die 32-jährige Heather Heyer getötet, mehrere weitere Menschen wurden verletzt.

Der Aufmarsch von Neonazis und anderen Rassisten in der Stadt in Virginia hatte auch international für Schlagzeilen gesorgt - vor allem deshalb, weil US-Präsident Donald Trump kurz danach das Verhalten von Rechtsextremisten und Gegendemonstranten gleichsetzte.

Der 21-jährige Fields hatte in dem knapp zweiwöchigen Prozess auf unschuldig plädiert. Er war damals aus seiner Heimatstadt Maumee im Bundesstaat Ohio nach Charlottesville gefahren, um an dem Protestmarsch unter dem Motto "Unite the Right Rally" (Kundgebung zur Vereinigung der Rechten) teilzunehmen. Der Aufmarsch richtete sich gegen den Abbau einer Statue des Bürgerkriegs-Generals Robert Lee in Charlottesville.

Videoaufnahmen, die im Prozess gezeigt wurden, zeigten Fields beim Rufen rassistischer, antisemitischer und schwulenfeindlicher Sprechchöre. Auf anderen Videos war zu sehen, wie Fields sein Auto anhielt, zurücksetzte und dann in die Gruppe von Gegendemonstranten raste.

Bereits am Freitag hatte die Jury ihn des Mordes, der Körperverletzung und der Fahrerflucht schuldig befunden. Es wird erwartet, dass der Richter diesem Urteil nachkommt. Er darf die Strafe aber auch noch senken. Sein Urteil will der Richter erst am 29. März 2019 verkünden.

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