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Nachfolge von Grenell:Ehemaliger Heeresoffizier soll US-Botschafter in Berlin werden

US-Botschaft und Reichstag

Die US-Botschaft in Berlin: Im Juni hatte Richard Grenell seinen Botschafterposten offiziell abgegeben.

(Foto: Wolfgang Kumm/dpa)

Douglas Macgregor sei als "Experte für Streitkräfteplanung" bekannt, teilt das Weiße Haus mit. Der Veteran wird bei Fox News immer wieder als Experte zu US-Militäreinsätzen herangezogen.

US-Präsident Donald Trump will einen ehemaligen Heeresoffizier, Oberst a.D. Douglas Macgregor, als Nachfolger von Richard Grenell als US-Botschafter nach Berlin schicken. Das geht aus einer Mitteilung des Weißen Hauses am Montag hervor. Der Vorschlag für den Botschafterposten muss vom US-Senat bestätigt werden, wo Trumps Republikanische Partei die Mehrheit besitzt.

Macgregor sei als "Experte für Streitkräfteplanung" bekannt, erklärte die Regierungszentrale. Wie der frühere Botschafter Grenell tritt der Veteran immer wieder beim konservativen Sender Fox News auf, der als einer der Lieblingssender Trumps gilt. Richard Grenell, ein enger Vertrauter des US-Präsidenten, war im Juni nach gut zwei Jahren als US-Botschafter in Deutschland zurückgetreten. Seinen Posten hatte vorübergehend seine Stellvertreterin Robin Quinville übernommen.

Der Vorschlag Macgregors fällt in die Woche, in der Einzelheiten der Truppenabzugspläne der USA für Deutschland bekanntgegeben werden sollen. Macgregor hatte sich in der Vergangenheit mit Blick auf die deutsche Verteidigungspolitik kritisch gezeigt. Im Gespräch mit Fox News sagte er im Juli 2018: "Die Deutschen fühlen sich dank uns nicht verpflichtet, sich selbst zu verteidigen. Und der Präsident hat einfach gesagt: Schauen Sie, warum sollte der amerikanische Steuerzahler Sie verteidigen, wenn Sie nicht willens sind, sich selbst zu verteidigen?"

Die Nato bezeichnete er als "Zombie"

Über den Zustand der Nato schrieb Macgregor im März 2019: "Die Nato stirbt nicht. Sie ist ein Zombie." Mit dem Verschwinden der sowjetischen Bedrohung sei ihr das Leben ausgegangen. Das Militärbündnis werde lediglich immer wieder "reanimiert", normalerweise mit "Voodoo-Zauber". "Auch Zombies sterben irgendwann", meinte Macgregor.

Zu seiner militärischen Laufbahn teilt das Weiße Haus mit, dass Macgregor das Team des US-Sonderbeauftragten für den Balkan bei den Friedensgesprächen unterstützt habe, die den Krieg in Bosnien und Herzegowina mit dem Abkommen von Dayton beendeten. Macgregor war zudem Planungschef für den Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte im Kosovo-Krieg. Er habe zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter die Bronze Star Medal für seine Leistungen im Kampfeinsatz, erklärte das Weiße Haus. Macgregor, der aus Pennsylvania stammt, hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter im Jahr 1989 eines über die Allianz der DDR mit der Sowjetunion während des Kalten Krieges.

© SZ/dpa/aner

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