Süddeutsche Zeitung

USA:Grenzschützer schreiben Hasskommentare in Facebook-Gruppe

Tausende US-amerikanische Grenzschützer sollen in einer Facebook-Gruppe Hasskommentare ausgetauscht haben. Die Existenz der Gruppe hat die journalistische Plattform Propublica öffentlich gemacht, demnach sei sie 2016 gegründet worden und habe etwa 9500 Mitglieder aus dem ganzen Land, die alle aktuelle oder ehemalige Border Patrol agents seien.

Die von Propublica veröffentlichten menschenverachtenden Beiträge machen sich über tote Migranten lustig, beinhalten sexistische Memes, Gewaltaufrufe und Verschwörungstheorien.

Der kommissarische US-Heimatschutzminister Kevin McAleenan hat die Kommentare in der Gruppe verurteilt und eine Ermittlung angekündigt. Die Beiträge seien verstörend und unverzeihlich, schrieb er. Jeder Mitarbeiter, der das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Aufgaben der Grenzschutzbehörde gefährdet habe, werde zur Rechenschaft gezogen.

Die US-Grenzüberwachung steht stark in der Kritik. Hunderte von ihren Eltern getrennte Kinder wurden in Lagern in desolaten Zuständen festgehalten und sollen von ihren Überwachern schlecht behandelt werden. US-Präsident Donald Trump geht streng gegen unerlaubte Grenzübertritte vor. In letzter Zeit ging ein Bild um die Welt, das die Leichen eines Mannes aus El Salvador und seiner zweijährigen Tochter zeigt. Sie sind beim Versuch, den Grenzfluss Rio Grande zu überqueren, ertrunken. In der Facebook-Gruppe der Grenzagenten wird deutlich, dass dieser Fall und weitere Fälle Ertrunkener nicht ernstgenommen werden.

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