US-Whistleblower Snowden wünscht sich Rückkehr in die USA

Wenn er es sich aussuchen könnte, würde er am liebsten nach Hause zurückkehren, sagt Edward Snowden im amerikanischen Fernsehen. US-Außenminister Kerry fordert den früheren Geheimdienstmitarbeiter auf, sich wie ein Mann zu verhalten - und sich der Justiz zu stellen.

Der frühere Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat sich in seinem ersten Interview im US-Fernsehen dafür ausgesprochen, in seine Heimat zurückkehren zu können. "Wenn ich irgendwohin in der Welt gehen könnte, dann wäre das zurück nach Hause", sagte Snowden in dem am Mittwochabend (Ortszeit) vom Sender NBC ausgestrahlten Gespräch.

Auf die Frage, ob er dafür eine Übereinkunft mit den Behörden, die ihm den Prozess machen wollen, aushandeln wolle, sagt Snowden: "Mir geht es nicht in erster Linie um mich." Vielmehr müssten die Überwachungsprogramme der Geheimdienste reformiert werden. Außerdem müsse sichergestellt werden, "dass der Familie, die ich zurückgelassen habe, und dem Land, das ich zurückgelassen habe, durch mein Handeln geholfen werden kann".

Der "massive Bruch" der US-Verfassung durch den NSA-Geheimdienst habe ihm keine andere Wahl gelassen, als dessen weltweite Spähaktivitäten zu enthüllen. Ob für ihn "Amnestie oder Gnade" in Frage komme, müsse die "Öffentlichkeit" entscheiden, sagte Snowden.

US-Regierung erneuert Vorwürfe

Die US-Regierung zeigte sich unbeeindruckt von Snowdens Äußerungen und erneuerte ihre Vorwürfe gegen den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter. US-Außenminister John Kerry sagte, Snowden habe "sein Land verraten" und den USA schweren Schaden zugefügt. Er solle ein Mann sein und sich der US-Justiz stellen. Wenn er an Amerika glaube, sollte er auch dem amerikanischen Rechtssystem trauen, sagte Kerry weiter. Ähnlich äußerte sich die Nationale Sicherheitsberaterin von Präsident Barack Obama, Susan Rice.

Snowden hatte sich in den Interview auch gegen Kritiker zur Wehr gesetzt, die seine Rolle beim NSA in Frage stellen. Er sei "als Spion" ausgebildet worden und habe als Geheimagent im Ausland gearbeitet. "Wenn die Leute also sagen, dass ich nur ein unwichtiger Systemadministrator bin und nicht weiß, wovon ich spreche, ist das ein bisschen irreführend", fügte Snowden hinzu. Er habe als "technischer Experte" für die US-Geheimdienste CIA und NSA sowie als Ausbilder beim Militärgeheimdienst DIA gearbeitet.

Derzeit hält sich Snowden in Russland auf, wo er noch bis zum Sommer vorübergehend Asyl erhalten hat. Sollte dieses auslaufen, würde er notfalls natürlich eine Verlängerung beantragen, sagte Snowden im Fernsehinterview.