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US-Wahlkampf:McCain will 45 Atomkraftwerke bis 2030 bauen

John McCain will die Energiekrise und den Treibhauseffekt mit Hilfe der Atomkraft lösen. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber fordert insgesamt hundert neue Meiler - sein Rivale Barack Obama hat eine differenziertere Meinung.

Die vergangenen Tage hatten sich die beiden US-Präsidentschaftskandidaten im Fernduell über Sicherheitspolitik beharkt, nun hat John McCain einen neuen Schwerpunkt gesetzt. Bei einem Auftritt in Springfield im Bundesstaat Missouri verkündete der Republikaner, wie er die Energiekrise lösen und die Klimaerwärmung aufhalten möchte. Mit Atomkraft.

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(Foto: Foto: dpa)

Sollte er bei den Wahlen in November Präsident werden, werde er sich für den Bau von 45 neuen Atomreaktoren bis 2030 einsetzen, sagte McCain. Er sei ein Anhänger der Atomkraft als "saubere, sichere und effiziente Energiequelle". Damit solle die Abhängigkeit der USA von ausländischem Öl verringert werden.

Sein Endziel sei der Bau von hundert neuen Atomkraftwerken, um "Häuser, Fabriken und Städte der USA mit Strom zu versorgen". McCain erinnerte daran, dass seit mehr als 30 Jahren kein neues Kernkraftwerk mehr gebaut wurde.

Obama auch für Atomkraft

Der demokratische Bewerber Barack Obama hat sich ebenfalls für die Nutzung der Atomkraft ausgesprochen, klare Aussagen über neue Kraftwerke aber bislang vermieden. Auf seiner Internetseite weist er aber auch auf das ungelöste Problem der atomaren Abfälle und die Gefahren der Weiterverbreitung von Atomwaffen hin.

Angesichts des explodierenden Ölpreises entdecken die USA derzeit die Atomkraft wieder als Stromquelle. Seit April hat der Konzern Westinghouse Electric zwei Verträge für den Bau neuer Reaktoren abgeschlossen.

Ein Endlager ist in den Yucca Mountains geplant, rund 145 Kilometer von Las Vegas entfernt. Dessen Bau ist aber bereits Jahre hinter dem Zeitplan, und es trifft auf eine starke Ablehnung.

Die ungeklärte Abfallentsorgung und der schwere Unfall in dem Atommeiler von Three Mile Island (Pennsylvania) vor fast 30 Jahren (1979) hatte den Reaktorbau zum Stillstand gebracht. Derzeit gibt es in den USA rund hundert Reaktoren, die rund 20 Prozent des Stromverbrauchs abdecken.

© sueddeutsche.de/Reuters/AFP/odg
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