US-Wahlkampf Gefahr für Obama

Die aktuellen Umfragewerte für Mitt Romney zeigen: Ein hoher Anteil der Amerikaner ist offensichtlich bereit, US-Präsident Barack Obama nach nur vier Jahren im Weißen Haus zu feuern. Nun passiert, was jüngst noch unwahrscheinlich schien: Der Amtsinhaber muss um seine Wiederwahl kämpfen.

Ein Kommentar von Hubert Wetzel

Barack Obama muss nicht in Panik geraten. Noch nicht. Zwar zeigen neue Umfragen, dass Mitt Romney, der Gegner des wahlkämpfenden US-Präsidenten, nach der ersten Kandidatendebatte in der Gunst der Bürger aufgeholt hat. Doch bis zum Wahltag sind es noch vier lange Wochen - reichlich Zeit für den Amtsinhaber wie für den Herausforderer, in Fettnäpfe zu treten, bei unvorteilhaften Äußerungen erwischt zu werden oder aber eben den einen oder anderen Fehler wieder zu korrigieren. Der Wahlausgang ist immer noch völlig offen.

Und genau das ist Obamas Problem. Denn bis zu jenem vermaledeiten Abend in Denver, an dem Obama vor 70 Millionen Zuschauern das Duell gegen Romney verlor, hatte der Präsident seine Wiederwahl so gut wie in der Tasche. Jetzt wird er wieder hart darum kämpfen müssen.

Im Grunde normalisiert sich damit der Wahlkampf. Die Anomalie - das war Obamas großer Vorsprung in den Umfragen, sein fast sicher scheinender Sieg. Schließlich ist die Bilanz des Präsidenten, zumal die wirtschaftliche, keineswegs beeindruckend. Ein gefährlich hoher Anteil der Wähler ist durchaus bereit, Obama nach vier Jahren wieder zu feuern.

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Doch sie waren nicht willens, Romney anzustellen. Und bis zur Debatte in Denver gab sich der Republikaner auch alle Mühe, sein Bewerbungsgespräch mit den Amerikanern in den Sand zu setzen. Das hat sich geändert. Und das ist für Obama gefährlich.