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US-Wahlkampf der Republikaner:Palin begeistert nur wenige Spender

Sarah Palin ist ständig im US-Fernsehen zu sehen, doch viele Wahlkampfspender kann die potentielle Präsidentschaftskandidatin momentan nicht überzeugen. Sie nimmt wesentlich weniger Geld ein als andere mögliche Herausforderer von Barack Obama - ihre größte Konkurrentin schwimmt im Geld.

Sie fuhr mit einem Bus in den Nationalfarben durchs Land, gerade ist eine wohlwollende Dokumentation über sie in die Kinos gekommen: Sarah Palin bleibt in der US-Öffentlichkeit präsent, auch wenn sie noch gar nicht offiziell gegen Barack Obama antritt. Besonders viel Geld für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur 2012 hat sie noch nicht aufgetrieben. Die ehemalige republikanische Kandidatin für das Vizepräsidentenamt hat in diesem Jahr deutlich weniger Spenden eingesammelt als andere Hoffnungsträger von Republikanern und Tea-Party-Bewegung.

Former Alaska Governor Palin prepares to climb into her car, in Portsmouth

Hat dieses Jahr wenig Glück beim Spendensammeln: Sarah Palin im Juni in New Hampshire.

(Foto: REUTERS)

24.000 Einzelpersonen spendeten im ersten Halbjahr 1,6 Millionen Dollar an ihre Organisation SarahPAC. "Das sind Peanuts", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den früheren Leiter der Rechtsabteilung des republikanischen Nationalausschusses, Jan Baran. Im Herbst 2010 hatte Palin noch die meisten Spenden von allen potentiellen republikanischen Kandidaten kassiert. Diese Zeiten sind wohl vorerst vorbei.

Der in Umfragen bislang aussichtsreichste Republikaner, Mitt Romney, nahm allein im zweiten Quartal mehr als 18 Millionen Dollar Spendengelder ein. Auch andere potenzielle Herausforderer von Präsident Barack Obama erhielten mehr als vier Millionen Dollar in den vergangenen drei Monaten.

Gleichzeitig gab Palin fast 1,6 MIllionen Dollar aus - also fast die gleiche Summe, die sie einnahm. Allein ihre Bustour, die Palin als "Familienurlaub" bezeichnete, hat mehrere zehntausend Dollar gekostet. Bei der Reise folgten ihr Kameras auf Schritt und Tritt.

Allerdings hat Palin ihre Kandidatur noch nicht offiziell bekanntgegeben. Seit Monaten lässt sie das Land im Ungewissen, ob sie antreten wird. Die ehemalige Gouverneurin von Alaska will sich in den nächsten Monaten entscheiden.

Doch selbst wenn sie momentan weniger Geld zu Verfügung hat - Palin hat dank ihrer erfolglosen Kampagne an der Seite John McCains und ihrer Dauerpräsenz in den Medien einen Vorteil im Vergleich mit anderen Kandidaten: Die Amerikaner kennen sie bereits. Sie muss kein Geld mehr ausgeben, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

Doch vor allem vor einer Konkurrentin muss Palin zittern: Die erzkonservative Michelle Bachmann spricht eine ähnliche Klientel an und ist fast so oft Gegenstand der Berichterstattung wie Palin - unter anderem wegen mehrerer Äußerungen, die sich als falsch herausstellten. Die Website Politifact.com, die Äußerungen von Politikern überprüft, hält nur eine von 28 ausgewählten Bachmann-Behauptungen für völlig wahr. Bachmann hat ihre Kandidatur für 2012 bereits bekanntgegeben. Sie veröffentlicht am heutigen Freitag, wieviel Spenden sie gesammelt hat. Gerüchteweise sollen es im zweiten Quartal 2011 mindesten vier Millionen Dollar gewesen sein - mehr als das Doppelte von Palins' Summe im Halbjahr.

© Reuters/jab/liv
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