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US-Wahlkampf:Clinton setzt Trump die Ku-Klux-Klan-Haube auf

  • Die Präsidentschaftskandidatin rückt ihren Gegner deutlich wie nie in die Nähe von Rassisten und Verschwörungstheoretikern.
  • Damit wendet sie sich an moderate Republikaner, die allerdings auch Trump derzeit für sich zu gewinnen versucht.

"Stolz und Vorurteil" stammt von Jane Austen. "Vorurteil und Paranoia" dagegen von Donald Trump. Letzteres ist zumindest die Botschaft von Hillary Clinton an jene Republikaner, die vor der Präsidentschaftswahl mit ihrem Gewissen ringen.

Deutlich wie nie zuvor rückte die Demokratin in ihrer Rede am Donnerstag ihren republikanischen Gegner in die Nähe weißer Rassisten und Verschwörungstheoretiker. "Er bringt Hass-Gruppen in den Mainstream und hilft dem radikalen Rand dabei, die republikanische Partei zu übernehmen", so Clinton vor ihren Anhängern in Reno im US-Bundesstaat Nevada.

Clinton hatte zuletzt nur das Normalprogramm an persönlichen Attacken abgespult, nachdem Trump sich im Wahlkampf eine Zeitlang selbst sabotiert hatte. Nun jedoch nutzte sie ihren Auftritt, um Trumps Extremismus-Verbindungen aufzulisten. Zu den Beispielen gehörten:

Auch die jüngsten Theorien über Clintons Gesundheit, die Trump und seine Unterstützer in Umlauf gebracht hatten, thematisierte die ehemalige Außenministerin. Dies sei "der jüngste paranoide Fiebertraum. Ich kann nur sagen: Träume weiter, Donald."

Nicht alle Vorwürfe wiegen gleich schwer (siehe die Links unter den einzelnen Punkten oder diese Annotation der Washington Post). Auch die Pointe, dass der "große Pate" der von Trump geförderten weißen Nationalisten ("Alt Right"-Bewegung) Russlands amerikafeindlicher Präsident Putin ist, wirkt etwas konstruiert. Doch dass Trump auf Verschwörungstheorien setzt, rassistische Vorurteile bedient und in diesem Milieu als Held gilt, ist kein Geheimnis.

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Clintons Rede dürfte deshalb moderaten Konservativen gelten, die auch Trump umwirbt, deren Stimme er sich aber derzeit nicht sicher sein kann. Seit einigen Tagen versucht Trump deshalb, inklusiver zu klingen und erwähnt auch die Probleme der Afroamerikaner ("Was habt Ihr zu verlieren?", so sein Pitch) und Latinos. Nebenbei bezeichnet er Clinton als "bigott", weil diese die Stimmen der Minderheiten als selbstverständlich betrachte.

Allerdings gibt es deutliche Kritik an seiner Ansprache und Zweifel, ob er diese Wählergruppen wirklich umwirbt oder nicht vielmehr die gebildeten Republikaner, die sich einen sanfteren Trump wünschen.

Auch Hillary Clinton hat unterdessen gute Gründe, ein neues Thema zu setzen: Die Kritik an ihr hält an, nachdem neue E-Mails aus ihrer Zeit als Außenministerin aufgetaucht sind, die in einigen Fällen bedenklich enge Zusammenarbeit ihres Büros mit der Führung der familieneignen Stiftung nahelegen.

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