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US-Wahl:"Er hat schreckliche Dinge über Muslime gesagt"

Dass ihre Zeit jetzt gekommen ist, finden auch die Männer der Alt-Right, einer neonazistischen Bewegung. Ein Handyvideo von einer ihrer Versammlungen machte weltweit Schlagzeilen. Darauf zu sehen: Richard Spencer, einer der Gründer der Bewegung, der seine Rede mit den Worten beginnt: "Heil Trump, Heil unserem Volk, Heil unserem Sieg!" Die Zuhörer brechen in Jubel aus, im ganzen Saal schießen Arme zum Hitlergruß in die Höhe.

Angesichts all dieser Vorfälle und der neuen FBI-Daten schließen sich immer mehr Politiker der Trump-Kritik von Menschenrechtsverbänden an. Auf der Pressekonferenz mit der muslimischen Polizistin machte Bürgermeister Bill de Blasio Trump zumindest indirekt für die steigende Zahl der Übergriffe mitverantwortlich. Der designierte Präsident habe "schreckliche Dinge über Muslime gesagt" - und mit seinen Auftritten zu einer Atmosphäre des Hasses beigetragen.

Auch Gouverneur Andrew Cuomo macht Trump für die Angriffe verantwortlich: Die Ressentiments, die Trumps Äußerungen geschürt und verstärkt haben, hätten die USA in eine "soziale Krise" gestürzt.

Die New Yorker Polizei hat inzwischen eine eigene Einheit zur Bekämpfung von Hassverbrechen eingerichtet. Und Donald Trump? In einer Fernsehsendung äußerte er sich zu den Vorfällen: " Ich werde es sagen. Und ich werde es direkt in die Kameras sagen: Hört auf damit!" Nur drei Tage später benannte er den früheren General Michael Flynn als Nationalen Sicherheitsberater, der zuvor Verständnis für Muslimenfeindlichkeit signalisiert hat: Im Februar dieses Jahres hatte er getweeted, dass "Angst vor Muslimen logisch" sei.

Trump hatte nach der Wahl angekündigt, Präsident "aller Amerikaner" sein zu wollen. Bis jetzt scheinen seine eigenen Anhänger etwas dagegen zu haben.

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