US-Wahl:Trump wendet sich gegen Sanktionen für russische Hackerangriffe

Donald Trump

Donald Trump will lieber nach vorne schauen, als Russland für Wahlmanipulationen zu bestrafen.

(Foto: Evan Vucci/AP)
  • Donald Trump ist dagegen, Russland wegen mutmaßlicher Hackerangriffe zu bestrafen.
  • Nach Ansicht von US-Geheimdiensten hat Moskau versucht, die US-Wahl zu manipulieren.
  • Präsident Obama will daher noch vor Ende seiner Amtszeit Sanktionen auf den Weg bringen.

Der künftige US-Präsident Donald Trump ist offenbar dagegen, Russland für mutmaßliche Manipulationen der US-Wahl zu bestrafen. "Ich finde, wir sollten im Leben nach vorne schauen", sagte Trump dazu in einem Gespräch mit Journalisten vor seinem Feriendomizil in Palm Beach, Florida.

Nach Ansicht der US-Geheimdienste hat Moskau versucht, Trump durch gezielte Hackerangriffe auf Demokraten zum Sieg bei der Präsidentschaftswahl am 8. November zu verhelfen. Ob die Veröffentlichungen der bei diesen Attacken gestohlenen Emails aber tatsächlich zur Niederlage Hillary Clintons beigetragen haben, ist umstritten.

Obama will Russland bestrafen

Mit seiner Haltung stellt sich Trump gegen die Position der scheidenden Regierung um Barack Obama. Diese bereitet einem Bericht der Washington Post zufolge derzeit Vergeltungsmaßnahmen gegen Russland vor. Ein Teil davon soll demnach geheim bleiben, andere Maßnahmen aber sollen öffentlich gemacht werden. Durch diesen Schritt soll es dem künftigen Präsidenten Trump schwerer gemacht werden, Sanktionen zurückzudrehen.

Welche Strafen die US-Regierung verhängen wird, ist bisher offen. Denkbar wären zum Beispiel Sanktionen gegen bestimmte Unternehmen, die in Verbindung zu ranghohen russischen Politikern oder Geheimdienstlern stehen. Auch könnte das Vermögen solcher Personen in den USA eingefroren werden, sofern vorhanden. Allerdings haben die USA bereits wegen des Ukraine-Kriegs derartige Sanktionen gegen wichtige Russen verhängt, ohne dass Moskau davon allzu beeindruckt gewesen wäre. Interessanter - und potenziell schädlicher - sind sicher die geheimen Gegenaktionen, welche die USA gegen Russland unternehmen wollen.

Dem Bericht zufolge muss das Weiße Haus zunächst jedoch die rechtliche Grundlage für Strafmaßnahmen schaffen. Das amerikanische Wahlsystem wurde bisher nicht als eines der Ziele gesehen, bei denen im Falle von Cyberangriffen Vergeltung geübt werden darf. Auch im US-Kongress mehren sich Forderungen nach Strafmaßnahmen gegen Russland.

In dem Gespräch mit Journalisten räumte Trump IT-Sicherheitslücken ein. "Wir haben nicht die Art von Sicherheit, die wir brauchen", sagte er. "Niemand weiß, was Sache ist." Computer hätten "das Leben sehr stark verkompliziert".

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB