US-Wahl Niederlage per Münzwurf: Das Geld ist gegen Sanders

Das Geld ist gegen ihn - zumindest bei Münzwürfen: Bernie Sanders.

(Foto: AFP)

Bei der Vorwahl der Demokraten in Iowa werden knifflige Wahlentscheidungen verblüffend gelöst.

Von Benedikt Peters

Bernie Sanders hat im Wahlkampf mehrfach beklagt, das Geld habe zu viel Macht in den USA. Er will strengere Auflagen für die Wall-Street-Banken und er will, dass Studenten keine horrenden Gebühren mehr für ihre Ausbildung zahlen müssen. Über die Macht speziell der Geldmünzen aber hat sich der selbsternannte "demokratische Sozialist" noch nicht ausgelassen. Nach der Vorwahl von Iowa könnte sich das ändern. Denn hier hat das Hartgeld, genauer gesagt der Quarter, die Vierteldollarmünze, ihre Macht bewiesen - und zwar zu Sanders' Nachteil und zu Gunsten seiner Widersacherin Hillary Clinton.

Der Des Moines Register meldet, dass einige lokale Vorwahlveranstaltungen per Münzwurf entschieden wurden. Bei einem Treffen der demokratischen Parteimitglieder im 60 000-Einwohner-Städtchen Ames zum Beispiel. Die dortigen Demokraten sollten verbindliche Empfehlungen für acht Wahlmänner festlegen. Diese widerum stimmen anhand der Empfehlung auf überregionalen Treffen für einen der demokratischen Kandidaten ab.

Sechs mal fliegt die Münze, sechs mal siegt Hillary

Als es in Ames aber zur Abstimmung kam, fehlten plötzlich 60 Parteimitglieder. Das führte dazu, dass die Empfehlung für einen der Wahlmänner nicht festgelegt werden konnte - sollte er für Clinton stimmen oder für Sanders? Es kam zu hitzigen Diskussionen, schließlich riefen die Demokraten aus Ames eine Partei-Hotline an. Die empfahl den Münzwurf. Das Clinton-Lager wählte "Kopf", der Quarter flog durch die Luft - und bescherte der früheren First Lady schließlich den zusätzlichen Wahlmann.

Unheimlich wird es für Sanders aber erst jetzt. Von fünf weiteren Wahlveranstaltungen wird Ähnliches berichtet: In einer Turnhalle in Iowas Hauptstadt Des Moines etwa kam es bei der Abstimmung zum Gleichstand zwischen Clinton und Sanders. Auch dort wurde eine Münze geworfen - und brachte wieder den Sieg für Hillary. So auch bei vier weiteren Wahlveranstaltungen, berichtet der Des Moines Register: Der Quarter flog, Hillary gewann. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Seite bei sechs von sechs Münzwürfen gewinnt, liegt bei etwa 1,6 Prozent.

Die Macht des Geldes, könnte Sanders jetzt sagen, ist nicht nur zu groß in den USA. Sie ist auch gegen ihn.

USA: Welche beiden Kandidaten sollen um die Präsidentschaft kämpfen?

In der ersten Vorwahl gewinnt Ted Cruz bei den Republikanern gegen Donald Trump. Bei den Demokraten steht das Ergebnis noch nicht fest. Wer soll die Parteien bei der Präsidentschaftswahl vertreten? mehr ...