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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Tränen und Triumphe

Die "Hexe" der Tea-Party-Bewegung ist entzaubert: Christine O'Donnell scheitert an der Wahl zum US-Senat. Andere Ultrarechte schaffen es ins Parlament - und wollen Präsident Obama unter Druck setzen. Prominente Gewinner und Verlierer der US-Wahl.

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Wahlen in den USA - Florida - Marco Rubio

Quelle: dpa

Die "Hexe" der Tea-Party-Bewegung ist entzaubert: Christine O'Donnell scheitert an der Wahl zum US-Senat. Andere Ultrarechte schaffen es ins Parlament - und wollen Präsident Obama unter Druck setzen. Prominente Gewinner und Verlierer der US-Wahl. In Bildern.

Gewinner: Marco Rubio

Mit ihm zieht die rechtskonservative Tea-Party-Bewegung in den Senat ein: Der Republikaner Marco Rubio gewann in Florida mit 49 Prozent der Stimmen vor seinen Konkurrenten Charlie Crist (unabhängig) und Kendrick Meek (Demokraten). Crist gehörte ursprünglich ebenfalls den Republikanern an, er verließ die Partei jedoch, als die Tea Party ihn wegen eines zu Obama-freundlichen Kurses an den Pranger stellte. Beobachter erwarten von Rubio, dass er liberale Republikaner im Senat unter Druck setzt. Der 39 Jahre alte Anwalt hatte im Wahlkampf die Regierung von Barack Obama mehrfach als ernste Gefahr für die Zukunft der USA bezeichnet.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Verlierer: Christine O'Donnell

Christine O'Donnell Concedes In Delaware Senate Race

Quelle: AFP

Nachdem Christine O'Donnell die Vorwahlen der Republikaner für die Senatswahl in Delaware gewonnen hatte, unkten viele Beobachter, die Vertreterin der Ultrarechten könne viele Wähler verschrecken. Sie behielten recht: Zwar erreichte O'Donnell am Wahltag 40 Prozent der Stimmen, ihrem demokratischen Konkurrenten Christopher Coons (56,6 Prozent) konnte sie aber nicht gefährlich werden. O'Donnell hatte es im Wahlkampf binnen kurzer Zeit zum Star der Tea-Party-Bewegung gebracht. Sie hatte Masturbation als Sünde bezeichnet, ihren Lebenslauf geschönt und Experimente mit Hexenkraft zugegeben. Die Wähler dankten es ihr nicht.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Gewinner: Rand Paul

Kentucky Republican U.S. Senate candidate and Tea Party favorite Rand Paul addresses supporters in Bowling Green

Quelle: REUTERS

Seine politische Karriere beschränkte sich bislang darauf, der Sohn des zweifachen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul zu sein - nun hat das Tea-Party-Gewächs Rand Paul die Senatswahl in Kentucky gewonnen. Er konnte 56 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen, sein demokratischer Konkurrent Jack Conway kam auf 44 Prozent. Im Wahlkampf hatte Paul zeitweise die Antidiskriminierungsgesetze der sechziger Jahre in Frage gestellt - das kam beim Wahlvolk in Kentucky offenbar gut an.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Verlierer: Carl Paladino

Carl Paladino

Quelle: AP

Sein Wahlspruch lautete: "Hallo, ich bin Carl und ich bin wütend." Er hetzte gegen Schwule und kündigte an, einen Baseballschläger mit ins Büro zu nehmen, um "aufzuräumen". 34 Prozent der Wähler in New York goutierten diese Vorstöße - Gouverneur im drittbevölkerungsreichsten US-Bundesstaat wird jedoch ein anderer: Der Demokrat Andrew Cuomo gewann mit 62 Prozent der Stimmen und wird seinen Posten als Justizminister gegen das Amt des Gouverneurs eintauschen.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Gewinner: Nikki Haley

Nikki Haley

Quelle: AP

Die Galionsfigur der Tea-Party-Bewegung, Sarah Palin, griff ihr im Wahlkampf unter die Arme. Jetzt wird die Republikanerin Nikki Haley die erste US-Gouverneurin mit asiatischen Wurzeln. In South Carolina setzte sich Haley mit 51 Prozent der Stimmen gegen den Demokraten Vincent Sheheen (47 Prozent) durch. Zu den Unterstützern der 38-Jährigen zählte auch Jenny Sanford, die Ex-Frau des bisherigen Gouverneurs Mark Sanford, der wegen einer Affäre in die Schlagzeilen geraten war.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Verlierer: Carly Fiorina

Carly Fiorina

Quelle: AP

Sie sollte Kalifornien für die Republikaner gewinnen: Carly Fiorina bewarb sich als Senatorin des Golden State und lag in Wahlumfragen lange mit der demokratischen Amtsinhaberin Barbara Boxer gleichauf. Am Wahltag gaben wenige Prozentpunkte den Ausschlag für Boxer, die ersten Hochrechnungen zufolge 48 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte - Fiorina kam demnach auf 47 Prozent. Die Republikanerin hatte im Wahlkampf damit zu kämpfen, dass die Demokraten sie als Marktradikale darstellten: Als Vorstandsvorsitzende des Computerkonzerns Hewlett-Packard hatte Fiorina zehn Prozent aller Jobs gestrichen.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Gewinner: John Boehner

John Boehner

Quelle: AP

Für ihn bedeutet der Wahlsieg der Republikaner im Repräsentantenhaus einen Karrieresprung: Wenn John Boehner wie erwartet zum Präsidenten der Kongresskammer gewählt wird, steigt er zum drittmächtigsten Mann im Staat auf - hinter Präsident Obama und dessen Vize Joe Biden. Am Wahlabend forderte Boehner, der den achten Wahlbezirk von Ohio mit 65 Prozent für sich entschied, von Obama einen Kurswechsel: "Das amerikanische Volk hat dem Präsidenten eine Botschaft gesandt: Ändern Sie Ihren Kurs!", sagte Boehner, der voraussichtlich die Demokratin Nancy Pelosi als Sprecher des Repräsentantenhauses ablösen wird. Pelosi galt bislang als eine der mächtigsten Politikerinnen ihrer Partei.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Verlierer: Meg Whitman

Meg Whitman

Quelle: AP

Um den "Gouvernator" Arnold Schwarzenegger abzulösen, steckte sie 140 Millionen Dollar aus ihrem Privatvermögen in den Wahlkampf - und verlor dennoch: Die Republikanerin Meg Whitman, ehemals Chefin des Internet-Auktionshauses Ebay, bewarb sich vergeblich als neue Gouverneurin von Kalifornien. 45 Prozent der Wähler votierten für die Milliardärin. Die knappe Mehrheit entschied sich für ...

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Gewinner: Jerry Brown

BROWN TO REPLACE SCHWARZENEGGER

Quelle: AFP

... den Demokraten Jerry Brown, der nur ein Zehntel der Aufwendungen Whitmans für seinen Wahlkampf einsetzte. Brown überzeugte 50 Prozent der Wahlberechtigten in Kalifornien, für ihn zu stimmen. In den siebziger Jahren war Brown schon einmal kalifornischer Gouverneur gewesen - als jüngster Amtsinhaber im ganzen Land. Seine neuerliche Wahl bedeutet einen weiteren Rekord: Mit 72 Jahren ist er der älteste Gouverneur in der Geschichte Kaliforniens.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Verlierer: Sharron Angle

Sharron Angle Attends Election  Party In Reno

Quelle: AFP

Auch in Nevada waren die Republikaner voller Zuversicht, einen demokratischen Senator ablösen zu können - doch ihre Kandidatin Sharron Angle erwies sich als zu radikal. 45 Prozent votierten für die 61-Jährige, die im Wahlkampf unter anderem den Austritt der USA aus den Vereinten Nationen gefordert hatte. Ihr Konkurrent, der 70-Jährige Harry Reid, gilt als Choleriker und Bürokrat - dennoch erreichte er 50 Prozent der Stimmen und darf seinen Posten behalten.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Gewinner: Ron Johnson

Winning U.S. Senate Republican candidate Ron Johnson speaks to supporters during an election night party in Oshkosh, Wisconsin

Quelle: REUTERS

Wisconsin war ein gutes Pflaster für die Demokraten - bis Ron Johnson kam und die 18-jährige Amtszeit des liberalen Senators Russ Feingold beendete. Der Republikaner Johnson pumpte Millionen in die Fernsehwerbung und profilierte sich als Selfmademan. Da konnte Feingold, der in der Vergangenheit stets schwachen Konkurrenten ausgesetzt gewesen war, nicht mithalten. 52 Prozent votierten für den Tea-Party-Kandidaten Johnson, 47 Prozent für den bisherigen Amtsinhaber Feingold. Damit geht der Senatsposten in Wisconsin an die Republikaner.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Verlierer: Rich Iott

Rich Iott

Quelle: AP

Rich Iott gehörte zu den Tea-Party-Kandidaten, die im Vorfeld der Wahlen durch ein zweifelhaftes Hobby aufmerksam machten: Er trägt in seiner Freizeit gerne Uniformen - allerdings nicht nur, wie auf diesem Bild, welche aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. Im Netz sind auch Fotos zu finden, auf denen der Neu-Politiker das Abzeichen der Waffen-SS am Revers trägt. Er selbst argumentiert mit "historischem Interesse" am Zweiten Weltkrieg - und bewundert die militärische Leistung von Adolf Hitlers Armee.

Allzu viele Freunde scheint er sich mit seiner Freizeitgestaltung nicht gemacht zu haben: Bei der Wahl zum Repräsentantenhaus musste er sich in seinem Bezirk in Ohio allerdings deutlich geschlagen geben: Marcy Kaptur siegte dort mit 59 Prozent der Stimmen.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Gewinner: Nancy Pelosi

U.S. House Speaker Pelosi hosts a Democratic congressional election night results watch rally, in Washington

Quelle: REUTERS

Die bisherige Parlamentspräsidentin ist von den kalifornischen Wählern auf ihrem Abgeordnetensitz in Washington bestätigt worden. Die linksliberale Demokratin erhielt in ihrem Wahlkreis in San Francisco nach Berechnungen des US-Senders CNN rund 78 Prozent der Stimmen. Seit mehr als 20 Jahren hat Pelosi in ihrem Bezirk immer haushoch gewonnen. Ihr republikanischer Gegenkandidat John Dennis hatte keine Chance. Nach dem Verlust der demokratischen Mehrheit im Abgeordnetenhaus kommt auf Pelosi in Washington jedoch die Entthronung als Parlamentspräsidentin zu. Sie war die erste Frau auf diesem Posten in der Geschichte der USA.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Verlierer: Linda McMahon

U.S. Senate Republican candidate Linda McMahon of Connecticut thanks supporteres after delivering her concession speech after Democratic state attorney general Richard Blumenthal defeated her, during her election night rally in Hartford, Connecticut

Quelle: Reuters

Linda McMahon, Ex-Chefin des größten Wrestling-Konzerns der Welt, wird ebenfalls nicht in den Senat einziehen. Die 62 Jahre alte Republikanerin scheiterte bei der Wahl in Connecticut am demokratischen Generalstaatsanwalt des Ostküstenstaats, Richard Blumenthal. McMahon soll ihren Wahlkampf Schätzungen zufolge mit 50 Millionen Dollar aus eigener Tasche finanziert haben.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Gewinner: Joe Manchin

Joe Manchin Wins West Virginia Senate Seat

Quelle: AFP

Seiner war ein ganz wichtiger Sieg für die Demokraten: Joe Manchin, derzeit Gouverneur des ländlichen Staates West Virginia, zieht als demokratischer Senator in den Kongress ein. Bei der hart umkämpften Senatswahl in West Virginia setzte sich der Demokrat durch, der sich im Wahlkampf mit scharfer Kritik an seinem Parteikollegen Obama profiliert hatte. Er wird demnächst auf einem sehr bekannten Stuhl sitzen, denn Joe Manchin übernimmt den Senatssitz von Robert Byrd, der 1959 bis zu seinem Tod in diesem Jahr Senator war.

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US-Wahl: Gewinner und Verlierer:Verlierer: Joe Miller

Senate Candidate Joe Miller And Supporters Await Election Results

Quelle: AFP

Der republikanische Senatskandidat Joe Miller aus Alaska - auch ein Tea-Party-Kandidat - empfahl im Wahlkampf die Berliner Mauer als Vorbild, weil sich mit einem solchen Bauwerk nach DDR-Muster illegale Einwanderer mit Ziel USA abwehren ließen. Doch Miller schaffte es nicht im Heimatstaat von Sarah Palin. Er sollte die Parteifreundin Lisa Murkowski ausbooten, die als Unabhängige angetreten war; doch die hat - wider Erwarten - triumphiert. Die Amtsinhaberin trat als sogenannte Write-in-Kandidatin an: Ihr Name stand nicht auf den Stimmzetteln, die Wähler mussten ihn hinschreiben. Alle Write-in-Kandidaten zusammen kommen auf 41 Prozent, Murkowski dürfte wohl die meisten Stimmen bekommen haben. Miller erreichte lediglich 34 Prozent.

© sueddeutsche.de/dpa/rtr/afp/mikö/gba

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