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Hillary Clintons Kandidatur:Steinmeier wünscht Clinton "viel Erfolg"

  • Die frühere Außenministerin Hillary Clinton hat bekanntgegeben, die erste US-Präsidentin werden zu wollen.
  • Im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur gilt sie als klare Favoritin.
  • Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeiner hat die Absicht Clintons in einem Medienbericht ausdrücklich begrüßt.
  • Kurz nach ihrer offiziellen Verkündung hat die frühere Außenministerin ihr Amt als Aufsichtsrätin der familieneigenen Stiftung abgegeben.

Hillary Clinton will Präsidentin werden

Der Schritt wird schon länger erwartet, nun ist es so weit: Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton ist offiziell in das Rennen um die US-Präsidentschaft eingestiegen. Die 67-Jährige gab am Sonntag in einem Video auf ihrer Internetseite bekannt, dass sie die Kandidatur der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl im November 2016 anstrebe. "I am running for President" (Ich bewerbe mich um die Präsidentschaft) sagt sie in dem kurzen Film.

Umgehende Glück- und Erfolgswünsche aus Deutschland

Ein promptes und positives Echo auf ihre Absicht bekam Hillary Clinton von ihrem einstigen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier. Der deutsche Außenminister beglückwünschte sie in einem Gastbeitrag in der Bild-Zeitung zu ihrer Entscheidung und wünschte ihr "viel Erfolg". Mit Clinton trete "eine Frau an, die das politische Handwerk beherrscht wie wenige andere Menschen", so Steinmeier weiter.

Die Seite Drei aus der Zeitung zu Hillary Clinton

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Favoritin bei den Demokraten

Clinton hat in den Vorwahlen der Demokraten derzeit keine echte Konkurrenz zu fürchten. US-Vizepräsident Joe Biden hat noch nicht entschieden, ob er antreten wird, die beliebte Linkspolitikerin Elizabeth Warren eine Kandidatur bislang ausgeschlossen. Clintons Anhänger wollen Schätzungen zufolge in den kommenden 19 Monaten bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar sammeln.

Hillary Clinton gibt umgehend Aufsicht in Familienstiftung ab

Um dem Vorwurf eines Interessenkonfliktes im Vorfeld zu vermeiden, hat Hillary Clinton kurz nach ihrer Bekanntmachung zur Präsidentschaftskanditatur mitgeteilt, ihren Aufsichtsratsposten in der familieneigenen Stiftung abzugeben. Clinton erklärte am Sonntag, obwohl sie gern in der Stiftung mitgearbeitet habe, gebe sie den Aufsichtsratsposten auf, "um mich dieser neuen, alles umfassenden Aufgabe zu widmen".

Die Stiftung unter der Führung von Hillary Clintons Mann, Ex-Präsident Bill Clinton, ist eine große international aktive Wohltätigkeitsorganisation. Seit ihrer Gründung im Jahr 2001 warb sie knapp zwei Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) ein. Nachdem Hillary Clinton ihren Posten als US-Außenministerin 2013 aufgegeben hatte, arbeitete sie an mehreren Projekten der Stiftung mit, insbesondere zur Förderung von Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern.

Angesichts der Geldgeber der Stiftung, darunter staatliche Einrichtungen in den USA, gab es Befürchtungen, Clintons Kritiker könnten diese Spenden als Versuche darstellen, die Politikerin zu beeinflussen.

So läuft der Vorwahlkampf

In den kommenden Wochen wird Clinton vor allem in Iowa und New Hampshire unterwegs sein. In diesen Bundesstaaten finden im Januar 2016 die ersten Vorwahlen statt. Beide Parteien lassen jeweils Mitglieder und/oder Sympathisanten in jedem Bundesstaat über die Kandidaten abstimmen. Die endgültige Entscheidung fällt zwischen März und Juni kommenden Jahres. Zum Vorwahlkampf gehören auch zahlreiche Fernsehdebatten der Kandidaten - die ersten TV-Duelle werden in diesem Spätsommer stattfinden.

© SZ.de/woja/dgr/fran/cmy
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