US-Wahl Clinton gegen Trump - Duell vor 100 Millionen Zuschauern

Hillary Clinton gegen Donald Trump: 100 Millionen US-Amerikaner werden wohl zuschauen.

(Foto: dpa)
  • In der Nacht auf Dienstag treffen US-Präsidentschaftsbewerber Clinton und Trump im ersten TV-Duell aufeinander.
  • Es wird ein Abend der Kontraste mit offenem Ausgang.
  • Wie sehr Fernsehdebatten die Wahlen entscheiden, ist umstritten.
Von Sacha Batthyany

Wenn sich Hillary Clinton und Donald Trump an diesem Montag in der Hofstra University in New York erstmals gegenüberstehen, werden sich die Amerikaner vor ihren Fernsehern versammeln, wie sonst beim Super Bowl. Die Einschaltquoten werden rekordverdächtig, 100 Millionen Menschen sollen es werden. Beinahe jeder Dritte im Land wartet gespannt darauf, wie Trump seine Konkurrentin Clinton bedrängt, wie die Ex-Außenministerin seine Attacken pariert und wie Journalisten am Ende den Gewinner küren. Das ist beim Super Bowl nicht unähnlich.

Die erste TV-Debatte markiert den bisherigen Höhepunkt dieses Wahlkampfes, der vor eineinhalb Jahren begann, als Trump seine Kandidatur bekannt gab. Was danach folgte, wird als einer der schrillsten Vorwahlkämpfe in die Geschichte der USA eingehen, in dem Trump die persönliche Attacke, die Beleidigung und Häme erfolgreich zum politischen Stilmittel erhob und die übrigen republikanischen Kandidaten damit infizierte.

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Am Ende waren sich gewisse Herren nicht einmal zu schade dafür, die Größe ihrer Geschlechtsteile zu vergleichen. Ein seriöser Diskurs war längst nicht mehr möglich, auch weil all die Lügen ohne Konsequenzen blieben. Ob man mit Trump 90 Minuten lang seriös diskutieren kann, wird sich am Montag zeigen. Es gilt aber als eher unwahrscheinlich.

Trump gegen Clinton, das ist ein Zusammentreffen zweier ungleicher Kandidaten, die aber eines gemeinsam haben: Sie sind seit Jahrzehnten landesweit bekannt, bei den Wählern ihrer Lager aber gleichermaßen unbeliebt. Trotz aller Bemühungen, ihr Image aufzupolieren, schaffte es Clinton nicht, Vertrauen aufzubauen und Begeisterung zu entfachen.

Die Amerikaner schließen sich ihr nicht gerne an. Clinton ist selten erste Wahl, sondern meist Ultima Ratio. Die Affäre um den Gebrauch eines privaten E-Mail-Servers belastet sie, ihre langjährige Erfahrung als First Lady, Senatorin und Außenministerin ist nicht viel wert in einem Land, das nach Wandel schreit und auf altbekannte Namen wenig gibt.

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Zweifellos ist Clinton für das Präsidentenamt besser qualifiziert als ihr dünnhäutiger Herausforderer, der sich damit brüstet, noch keinen Tag ein politisches Amt ausgeübt zu haben. Doch das macht Clinton nicht zur besseren Kandidatin.