bedeckt München 26°

US-Wahl:Bernie Sanders unterstützt Joe Biden

Die US-Demokraten rücken im Kampf gegen Präsident Donald Trump zusammen: Der linke Senator Bernie Sanders hat dem einzigen verbliebenen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden offiziell seine Unterstützung zugesichert. Er rufe alle Amerikaner dazu auf, eine Präsidentschaftskandidatur Bidens zu unterstützen - so wie er es tue, sagte Sanders am Montag bei einer öffentlichen Online-Videoschalte mit seinem bisherigen Kontrahenten Biden. Trump sei der gefährlichste Präsident in der jüngeren Geschichte der USA. Es sei wichtig, dafür zu sorgen, dass Trump nur eine Amtszeit habe. "Wir brauchen dich im Weißen Haus", sagte Sanders an Bidens Adresse. "Ich werde alles tun, was ich kann, damit das gelingt." Sanders war in der vergangenen Woche aus dem Präsidentschaftsrennen der US-Demokraten ausgestiegen und hatte damit den Weg frei gemacht für eine Kandidatur des Ex-US-Vizepräsidenten Biden. Dieser ist nun der einzige verbleibende Präsidentschaftsanwärter seiner Partei und steht so quasi schon als Herausforderer für Amtsinhaber Trump bei der Präsidentschaftswahl Anfang November fest - lange vor dem Ende der Vorwahlen. Die offizielle Kür des Kandidaten soll bei einem Nominierungsparteitag der Demokraten im Sommer folgen.

Bei der Verkündung seines Rückzugs vor einigen Tagen hatte Sanders zunächst auf eine vollmundige Unterstützung seines bisherigen Konkurrenten verzichtet und zugleich angekündigt, bei den restlichen Vorwahlen auf den Wahlzetteln zu bleiben, um weiter Delegiertenstimmen zu sammeln und sich so zumindest noch inhaltlichen Einfluss beim Parteitag der Demokraten im August zu sichern. Nun aber stellte sich Sanders voll hinter Biden, der ihm und dessen Anhängern wiederum ein inhaltliches Entgegenkommen versprach - in der Hoffnung, dass sich auch Sanders' Anhängerschaft hinter Biden als Präsidentschaftskandidat versammelt. "Deine Unterstützung bedeutet mir viel", sagte der 77-jährige Biden. "Danke, dass du so ein Gentleman bist."

© SZ vom 14.04.2020 / dpa

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite