US-Wahl 2016:Es könnte ein männliches Kabinett werden

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Als so gut wie sicher gilt, dass Steven Mnuchin Finanzminister wird. Der Goldman-Sachs-Banker zweiter Generation und Multimillionär war im Wahlkampf für das Spendensammeln verantwortlich. Mnuchin war mit seiner Bank OneWest nach der Immobilienkrise für die Hausräumungen von Senioren und Minderheiten bekannt, die ihre (von OneWest zum Spottpreis übernommenen) Kredite nicht mehr bezahlen konnten.

Die Personalie Mnuchin symbolisiert Trumps Wunsch, im Zweifelsfall Außenseiter zu bevorzugen, die den politischen Betrieb nicht kennen. Das Innenministerium könnte deshalb mit einem Öl-Unternehmer besetzt werden, nämlich Forrest Lucas. Bislang tut sich die Kampagne dem Vernehmen nach schwer, für die Top-Jobs Frauen zu finden, heißt es auf Politico.

Auch an den Übergangsbeauftragten für die Bundesbehörden lässt sich eine politische Tendenz ablesen: Lobbyisten haben Energie und Umweltschutz fest in der Hand. Myron Ebell vom Anti-Klimawandel-Think-Tank Competitive Enterprise Institute wird die Übergangsphase der Umweltbehörde EPA übernehmen, die eigentlich Obamas Klimaziele durchsetzen sollte und die Trump eigentlich abschaffen wollte. Mike McKenna, Lobbyist für die Kohleindustrie, wird die Energiebehörde auf die Trump-Regierung vorbereiten.

Selbst der Sohn könnte Minister werden

In der Praxis sind die meisten US-Minister eher Behördenleiter, die den Anweisungen ihres Chefs folgen. Doch ob Donald Trump an solchen politischen Pflichten überhaupt Interesse hat, ist völlig unklar. Nach seinem Vorwahlsieg hieß es, er sehe sich eher als eine Art Aufsichtsrat, der seinem Vize die tägliche Arbeit überlassen werde. Deshalb gehen viele Beobachter davon aus, dass Mike Pence eine gewichtige Rolle zukommen könnte.

Auf der anderen Seite ist da noch die Trump-Familie: Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner war im Wahlkampf einer der wichtigsten Einflüsse auf den Kandidaten. Einerseits gilt es als unwahrscheinlich, dass er ein Regierungsamt bekleiden wird. Andererseits hat bereits Trump-Sohn Donald Jr. Interesse am Innenminister-Posten bekundet.

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