US-Vorwahl:"Heute sind wir ein armes Land"

Dieses Argument wirkt: Wer täglich auf amerikanischen Straßen unterwegs ist, weiß, in welch miserablem Zustand die Infrastruktur ist. Zugleich sind die Wähler überzeugt, dass die Regierung zu viel Geld im Ausland ausgibt und ihnen zu wenig hilft - sie schätzen den Anteil von Entwicklungshilfe des Budgets auf 26 Prozent (in Wahrheit ist es weniger als ein Prozent).

Und Trump sagt einen Satz, den viele seiner Anhänger unterschreiben würden: "Ich denke, dass wir früher ein sehr mächtiges, sehr reiches Land waren. Heute sind wir ein armes Land. Wir sind eine verschuldete Nation."

Im Gespräch mit den Post-Redakteuren (hier nachzulesen) gibt Trump bekannt, dass er "Unberechenbarkeit" für etwas Positives hält und erzählt, wer ihn neben dem Hardliner-Senator Jeff Sessions noch berät. Dies sind etwa der Anti-Terror-Experte Walid Phares, Sean Schmitz (der bei dem umstrittenen militärischen Dienstleistungsunternehmen Blackwater anheuerte, nachdem er in der Bush-Ära im Pentagon Karriere gemacht hatte), ein Ölpreis-Analyst namens George Papadopoulos sowie Ex-General Keith Kellogg (mehr über die Berater-Riege hier).

Trump verteidigt die Größe seiner Hände

Gewiss: Dieser Tag ist mit Terminen vollgepackt, und doch gibt es die typischen Trump-Momente. Einerseits präsentiert der 69-Jährige stolz das alte Postamt, das der Immobilien-Mogul zu einem Hotel umbauen lässt. Im Herbst soll es eröffnet werden. Es befindet sich auf der Pennsylvania Avenue, also genau zwischen dem Weißen Haus und dem US-Kongress. Hier hält er eine wie üblich selbstbewusste Pressekonferenz ab.

Und die Redakteure der Washington Post fragen auch nach dem Tiefpunkt dieses Wahlkampfs: der Diskussion zwischen Trump und Marco Rubio über die Größe von Trumps Händen und mögliche Rückschlüsse auf andere Körperteile. Der Milliardär betont, er habe dem Publikum versichern müssen, dass es hier "keine Probleme" gebe. An diesem Montag beschreibt er seine Hände mit diesen Worten: "normal", "stark, "großartig", "eher groß, um ehrlich zu sein".

Zu solchen Debatten passt eine aktuelle Umfrage der New York Times: Sechs von zehn Republikanern geben an, sich in diesem Wahlkampf für die eigene Partei ziemlich zu schämen. Trumps Popularität tut das keinen Abbruch: Wenn nichts Außergewöhnliches geschieht, dann wird er für die Republikaner ins Rennen ums Weiße Haus gehen.

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