US Supreme Court Neue Vorwürfe gegen Trumps Richterkandidaten

  • Gegen Brett Kavanaugh, Trumps Richterkandidat für den Supreme Court, gibt es neue Vorwürfe.
  • Eine weitere Frau wirft Kavanaugh vor, sie auf einer Party in den Achtzigerjahren sexuell belästigt zu haben.
  • Christine Blasey Ford, die erste Frau, die Kavanaugh versuchte Vergewaltigung vorwirft, soll am Donnerstag vor dem Justizausschuss des Senats aussagen.

Gegen den Kandidaten von Präsident Donald Trump für das oberste US-Gericht hat einem Medienbericht zufolge eine zweite Frau schwere Vorwürfe erhoben. Dabei gehe es um sexuelle Belästigung auf einer Party im Studienjahr 1983/84, als Brett Kavanaugh neu an der Universität Yale gewesen sei, schreibt der New Yorker. Seine damalige Kommilitonin Deborah Ramirez wirft Kavanaugh vor, während einer Party seinen Penis herausgeholt und vor ihrem Gesicht damit herumgewedelt zu haben.

Kavanaugh bestritt umgehend auch die neuen Vorwürfe. Zu dem beschriebenen Vorfall sei es nicht gekommen, teilte er in einer durch das Präsidialamt verbreiteten Erklärung am Sonntagabend mit. "Das ist eine Schmutzkampagne, schlicht und einfach." Eine Sprecherin des Präsidialamts sprach von einer "Schmutzkampagne der Demokraten, die darauf abziele, einen guten Mann niederzumachen".

Kavanaughs Nominierungsverfahren stockt

Möglicherweise kommt es jedoch noch zu weiteren Vorwürfen. Michael Avenatti, der Anwalt der Pornodarstellerin Stormy Daniels, behauptet, eine neue Klientin zu vertreten, die "glaubwürdige Informationen" Kavanaugh und seinen früheren Klassenkameraden Mark Judge betreffend habe. Seine Klientin sei aber nicht Deborah Ramirez, twitterte Avenatti. In einer E-Mail an den zuständigen Berater des Justizausschusses gab er an, Zeugen für weiteres Fehlverhalten Kavanaughs zu haben. Beweise oder weitere Details blieb Avenatti zunächst schuldig.

Christine Blasey Ford, die erste Frau, die Brett Kavanaugh versuchte Vergewaltigung vorwirft, soll am Donnerstag vor dem Justizausschuss aussagen. Seit ihre Vorwürfe öffentlich wurden, stockt das Verfahren, mit dem Kavanaugh zum Richter am Supreme Court der Vereinigten Staaten nominiert werden soll.

Die Republikaner werfen den Demokraten vor, das Verfahren hinauszögern zu wollen in der Hoffung, dass sie Trumps Partei bei der Kongresswahl im November die Senatsmehrheit abnehmen und so womöglich doch noch eine Ernennung Kavanaughs und damit eine nachhaltig konservative Ausrichtung des Obersten Gerichts verhindern können. Bereits jetzt haben die Republikaner im Senat, der für die Ernennung zuständig ist, nur eine hauchdünne Mehrheit. Ein Scheitern wäre eine schwere Niederlage für Trump, der bislang weiter hinter Kavanaugh steht.

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