Gerade noch schien es, als sei die Inflation nach der Energiekrise 2022 wieder verschwunden aus Deutschland, im Februar dieses Jahres lag sie bei gerade noch 1,9 Prozent. Wie so viele ungebetene Gäste aber ist sie im März so plötzlich wie unerwünscht zurückgekehrt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Teuerungsrate im ablaufenden Monat bei 2,7 Prozent. Grund ist der Ölpreisschock, ausgelöst durch den Angriff Israels und der USA auf Iran. Meine Kollegen Valentin Dornis und Nils Heck aus dem Ressort Wirtschaft erklären in dieser Übersicht, was die gestiegene Inflation für Anleger, Energiepreise und Immobilienfinanzierung bedeutet.
Wie schnell der Krieg enden wird, bleibt unklar: US-Präsident Donald Trump verbreitet widersprüchliche Botschaften. Mal erklärt er, er führe mit der Regierung in Teheran sehr gute Gespräche über ein baldiges Kriegsende. Das Wall Street Journal berichtet heute, Trump wolle den Krieg beenden, selbst wenn die Straße von Hormus nicht befreit sei. Dann wieder droht Trump mit Eskalation: Sollte Iran die Straße von Hormus nicht öffnen, werde er die Energie-Infrastruktur des Landes „komplett vernichten“. Das teilte er am Montag mit. Sogar einen Einsatz von US-Bodentruppen zieht Trump offenbar in Betracht, wie unsere US-Korrespondentin Charlotte Walser aus Washington berichtet.
Wie auch immer Trump entscheidet - die Verwerfungen auf den Energiemärkten dürften noch eine Weile andauern. Und auch anderswo müssen die Deutschen mit höheren Kosten rechnen. So hat jetzt eine Kommission Vorschläge erarbeitet, um das Defizit bei den Krankenkassen zu senken. „Nicht wenige Reformvorschläge lassen ahnen, dass es für Patientinnen und Patienten künftig teurer wird“, berichtet SZ-Expertin Michaela Schwinn. So könnte es etwa höhere Zuzahlungen geben für Medikamente, Klinikaufenthalte oder Hilfsmittel. Alle Vorschläge lesen Sie hier in der Übersicht.
Mein Kollege Werner Bartens zumindest ist von den Reformvorschlägen nicht rundum überzeugt: Ein großer Wurf fehle, meint er. Besser werde die Medizin in Deutschland jedenfalls nicht.
Was heute wichtig ist
Trump hofft auf einen Deal mit Iran – und erwägt eine Eskalation. Laut US-Medien hat das Pentagon Operationen für den Fall vorbereitet, dass es in Iran zu keinem Regime-Wechsel kommt. Am Wochenende sind auch Navy Seals in der Region eingetroffen, insgesamt befinden sich rund 50 000 US-Soldaten im Nahen Osten. Bisher soll Trump aber keine Entscheidung zu einem möglichen Einsatz am Boden getroffen haben. Zum Artikel
Selenskij: „Historische Vereinbarungen“ mit Golfstaaten. Mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar gebe es „historische Vereinbarungen“, die unter anderem Möglichkeiten zur Stärkung der Flugabwehr und Zusammenarbeit im Energiebereich beinhalteten, teilte der ukrainische Präsident Selenskij nach einer Nahostreise mit. Zum Jahrestag der Befreiung von Butscha werden EU-Außenminister in der Ukraine erwartet. Zum Liveblog zum Krieg in der Ukraine
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Frau in Hamburg von Wolf gebissen. Ein Wolf hat im Hamburger Bezirk Altona eine Frau gebissen und verletzt. Wie schwer ist bislang nicht bekannt. Polizeibeamte haben den Wolf nach eigenen Angaben eingefangen, er war in der Alster und wurde demnach mit einer Schlinge aus dem Wasser gezogen. Schon am Samstag hatten mehrere Menschen einen Wolf gesichtet. Angriffe auf Menschen sind selten. Zum Artikel
Israels Parlament beschließt Todesstrafe nur für Palästinenser .Israelische Menschenrechtsorganisationen sind entsetzt, der liberale Oppositionspolitiker Ram Ben-Bara sagte, die Rückkehr der Todesstrafe bedeute, dass die Hamas gesiegt habe und Israel seine „Werte verloren“. Der Gesetzentwurf geht auf eine Initiative des rechtsextremen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir zurück. Das Oberste Gericht könnte das Gesetz perspektivisch kippen. Zum Artikel
ZDF übernimmt Sanktionen der Trump-Regierung. Mitwirkende an ZDF-Sendungen müssen sich teilweise verpflichten, nicht mit Personen zusammenzuarbeiten, die auf einer Sanktions- oder Terrorliste stehen. Kritiker werfen dem Sender vor, sich damit zum Handlanger der USA zu machen. Zum Artikel
Deutsche Nationalelf: Deniz Undav setzt die Schlusspointe. Die Stuttgarter Fans fordern seine Einwechslung: Und als Deniz Undav ins Spiel kommt, schießt er das DFB-Team zum 2:1 gegen Ghana. Nach dem Spiel bittet er die Zuschauer, keine anderen Spieler auszubuhen – Leroy Sanés Einwechslung war von Pfiffen begleitet worden. Zum Artikel
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Dossier Digitalwende: Neues Gebäudegesetz könnte Digitalvorgaben lockern. Die Bundesregierung will das Heizungsgesetz der Ampel ersetzen. Laut Eckpunkten könnte sich das auf die Digitalisierung des Gebäudesektors auswirken. Vorgesehen ist, zentrale Effizienz- und Digitalvorgaben zu streichen oder in EU-Recht zu verlagern. Auch wichtig: Kommunen fordern mehr Klarheit beim Deutschland-Stack. Zum Briefing
Dossier Geoökonomie: Das nächste Industrie-Debakel droht. Erst die Solarbranche, nun Heizungen: China will seinen Wirtschaftsplänen zufolge zum Technologie- und Marktführer bei umweltfreundlicher Wärmeerzeugung werden. Schon werfen günstige Anbieter wie Midea und Haier ihre Produkte auf dem europäischen Markt ab. Deutsche Hersteller fürchten um ihre Existenz. Zum Briefing

