US-Sanktionen gegen Russland Nun liegt ein Schatten des Zweifels auf Trumps Wahlsieg

Wenn es eine russische Einmischung in die US-Wahl gab, liegt zumindest ein Schatten des Zweifels auf der Legitimität von Trumps Wahlsieg.

(Foto: REUTERS)

Mit den Sanktionen gegen Russland gesteht die US-Regierung ein: Wenn es eine russische Einmischung bei der Wahl gab, lässt sich nicht ausschließen, dass dadurch Wählerstimmen bewegt wurden.

Kommentar von Hubert Wetzel, Washington

In etwas mehr als einem halben Jahr wählen die Amerikaner ein neues Parlament. Und die Regierung will nicht, dass noch einmal so etwas passiert wie 2016, als russische Hacker und Internet-Trolle nach Kräften - und wohl auch mit einigem Erfolg - daran arbeiteten, die Amerikaner zu spalten und die Präsidentenwahl zu manipulieren. Die neuen Sanktionen, die Washington nun gegen Russland verhängt hat, sind daher eine Strafe für 2016 und eine Warnung für 2018.

Darüber hinaus aber sind sie ein Eingeständnis. Washington gibt damit offiziell zu, was ja viele Republikaner immer noch bestreiten, darunter gelegentlich der Präsident persönlich. Wenn es nun auch nach Ansicht der Regierung eine russische Einmischung bei der Wahl gab, dann lässt sich nicht ausschließen, dass dadurch Wählerstimmen bewegt wurden. Und dann liegt zumindest ein Schatten des Zweifels auf der Legitimität von Trumps Wahlsieg.

Um dieser Logik zu entkommen, verbiegen Trumps Verbündete seit Monaten auf bizarrste Weise die bekannten Fakten, sie demontieren und dämonisieren die eigenen Sicherheitsdienste, sie schwafeln vom "tiefen Staat", der Trump angeblich stürzen will. Sie setzten damit das Werk fort, das der russische Präsident Wladimir Putin angefangen hat.

Aber der Wahrheit zu entkommen, ist eben nicht so leicht. Es gibt immer noch genug Leute in Washington, die genau sehen, was Moskau tut. Und die lieber Amerikas Demokratie verteidigen wollen als Trumps Ruf.

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