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US-Regierung bestätigt Ausreise des Bürgerrechtlers aus China:Chen ist auf dem Weg in die Vereinigten Staaten

Bürgerrechtler Chen Guangcheng und seine Familie sind auf dem Weg nach New York. Ihr Flugzeug hob am Nachmittag in Peking ab, wie die US-Fluggesellschaft United Airlines mitteilte. Es wird nach deutscher Zeit in der Nacht auf Sonntag im US-Bundesstaat New Jersey landen.

Der blinde Bürgerrechtler Chen Guangcheng hat China mit Ziel USA verlassen. Chen ging am Samstag mit seiner Frau und den beiden Kindern in Peking an Bord eines Flugzeugs der United Airlines, das nach Angaben der US-Fluggesellschaft am Nachmittag startete. Die Maschine wird in der Nacht auf Sonntag (MESZ) in Newark im Staat New Jersey erwartet. Zuvor hatten der Aktivist, seine Frau und ihre beiden Kinder am Flughafen ihre Reisedokumente ausgehändigt bekommen.

Chen Guangcheng

Ein freier Mann: Chen und seine Familie haben China verlassen.

(Foto: dpa)

Die US-Regierung hat die Ausreise Chens bestätigt. Er sei auf dem Weg in die Vereinigten Staaten, teilte das US-Außenministerium am Samstag mit.

Die Ausreise kommt überraschend. Chen Guangcheng hatte so schnell nicht damit gerechnet, wie Freunde berichteten. Die in den USA ansässige Menschenrechtsgruppe ChinaAid berichtete, Behördenvertreter hätten Chen Guangcheng im Pekinger Chaoyang Krankenhaus besucht und aufgefordert, die Sachen zu packen und sich darauf vorzubereiten, in die USA auszureisen. Wohin sie ausfliegen sollen, war nicht bekannt.

Gegenüber Nachrichtenagenturen hatte Chen vor dem Start erklärt, Krankenhausmitarbeiter und Vertreter der Grenzkontrolle seien bei ihm und seiner Familie. Er rechnete bereits damit, dass er nach New York fliegen werde. Die Universität von New York hat ihn eingeladen, dort ein Jurastudium aufzunehmen.

Chen war im vergangenen Monat aus dem Hausarrest in seinem Heimatort in die US-Botschaft geflohen und hatte damit für Spannungen zwischen Washington und Peking gesorgt. Er verließ die Botschaft und begab sich zur Behandlung von Verletzungen in ein Krankenhaus. Im Streit um das Schicksal des Dissidenten einigten sich China und die USA darauf, dass es Chen freistehe, in den USA zu studieren.

Der bekannte Aktivist hatte vor wenigen Tagen für sich, seine Frau und seine beiden kleinen Kinder Ausreiseanträge gestellt.

© AFP/dapd/dpa/mane/luk
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