US-Präsidentschaftskandidatin:Hillary Clinton lässt sich vom FBI zur E-Mail-Affäre befragen

Hillary und Bill Clinton

Derzeit ist Bill Clinton seiner Ehefrau Hillary keine große Hilfe im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft.

(Foto: AFP)
  • Hillary Clinton hat sich am Samstag freiwillig einer Befragung durch das FBI unterzogen.
  • In dem Gespräch ging es um Clintons laxen Umgang mit Datensicherheit in ihrer Zeit als US-Außenministerin. Die Demokratin hatte auch für dienstliche E-Mails einen privaten Server genutzt.
  • Ein Treffen zwischen Bill Clinton und US-Justizministerin Loretta Lynch sorgt bei den Republikanern für Empörung: Sie werfen dem Ex-Präsidenten versuchte Einflussnahme auf die Ermittlungen gegen seine Frau vor.

Bevor es in die heiße Phase des Duells gegen Donald Trump geht, ist Hillary Clinton bemüht, alte Fehler auszubügeln. Am Samstag hat sich die Präsidentschaftsbewerberin von der amerikanischen Bundespolizei FBI zur E-Mail-Affäre befragen lassen. In ihrer Zeit als Außenminister hatte die Demokratin für dienstliche Mails einen privaten, nicht sicheren Server genutzt - die Republikaner warfen ihr daraufhin vor, nicht für das höchste politische Amt geeignet zu sein.

Mit der freiwilligen Befragung, die etwa dreieinhalb Stunden gedauert haben soll, will Clinton nun offenbar zeigen, dass sie alles zur Aufklärung beiträgt. Ihr Wahlkampfsprecher Nick Merrill betonte: "Hillary Clinton ist erfreut über die Möglichkeit, das Justizministerium dabei zu unterstützen, die Untersuchung zum Abschluss bringen zu können." Aus Respekt vor den laufenden Ermittlungen werde Clinton sich aber nicht zum Inhalt des Gesprächs äußern.

Die Befragung kommt nicht unerwartet. Sie legt auch nicht nahe, dass eine Strafverfolgung Clintons oder einer anderen Person im Zusammenhang mit dem E-Mail-Server wahrscheinlich ist. Rechtsexperten halten dies sogar für äußerst unwahrscheinlich. Die Vernehmung könnte aber tatsächlich bedeuten, dass sich die monatelange Untersuchung des US-Justizministeriums dem Ende zuneigt.

Bill Clinton sorgt für ein Image-Desaster

Alles gut also für Hillary Clinton, die voraussichtlich in wenigen Wochen von ihrer Demokratischen Partei offiziell zur Präsidentschaftskandidatin für die Wahl im November erklärt wird? Mitnichten. Denn während die 68-Jährige um Schadensbegrenzung bemüht ist, sorgt ihr Ehemann für ein Image-Desaster. Auslöser ist eine Begegnung zwischen dem Ex-Präsidenten und Justizministerin Loretta Lynch. Ihre Wege hatten sich am vergangenen Montag am Flughafen von Phoenix im Bundesstaat Arizona gekreuzt. Während die Maschinen von Clinton und Lynch auf dem Rollfeld parkten, besuchte Clinton die Ministerin in ihrer Maschine. Die beiden kennen sich seit vielen Jahren.

Die Republikaner warfen den Clintons daraufhin vor, Einfluss auf die Ermittlungen nehmen zu wollen. Donald Trump sagte, das Treffen sei "wahrscheinlich von Hillary initiiert und gefordert" worden. "Glaubt wirklich jemand, dass das Treffen ein bloßer Zufall war?", schrieb der Immobilienmilliardär auf Twitter. Der republikanische Senator John Cornyn forderte, dass sich ein Sonderermittler der E-Mail-Affäre annehmen solle. Er wertete die Begegnung am Flughafen als einen weiteren Beleg dafür, dass die Clintons meinten, die für alle geltenden Regeln "gelten nicht für sie".

Lynch sah sich am Freitag veranlasst, ihre Unparteilichkeit zu betonen. Ihre Begegnung mit Bill Clinton habe "keinen Einfluss" auf die Art und Weise, wie über die Konsequenzen der E-Mail-Affäre entschieden werde, sagte Lynch, die auch die oberste Strafverfolgerin des Landes ist. Sie werde sich in der Frage einer Anklageerhebung gegen Hillary Clinton an die Empfehlungen der Ermittler halten. Rein formal ist die Ministerin dazu nicht verpflichtet.

Lynch sagte, sie habe mit dem Ex-Präsidenten unter anderem über seine Enkel und seine Reisen geredet. Allerdings räumte sie ein, dass das spontane Treffen ein Fehler gewesen sei, und zeigte Verständnis für die Kritik: "Ich würde es mit Sicherheit nicht noch einmal tun."

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