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US-Präsident Donald Trump:Albtraum für Mexiko - Geschenk für Netanjahu

  • Der Sieg von Donald Trump hat auch konkrete Folgen für den Rest der Welt. SZ-Autoren und -Korrespondenten berichten
  • Während sich Israel über ein unerwartetes Geschenk freuen darf, geht in Mexiko und der Ukraine die Angst um.
  • Der ägyptische Präsident schickt Glückwünsche, während Iran Trump daran erinnert, den Atom-Deal einzuhalten.

Mexiko hofft, dass Trump seine Versprechen nicht einlöst

Mit dem Wahlsieg von Donald Trump ist für die meisten Mexikaner ein Alptraum wahrgeworden. Der Mann, der sie kollektiv als Drogenhändler und Vergewaltiger verunglimpft, ist jetzt ihr wichtigster Geschäftspartner.

Mexiko erwartet künftig weitere Respektlosigkeiten seitens Trump. Außerdem droht die Verstärkung einer Grenzmauer, die es ohnehin schon gibt, systematische Deportationen von Migranten, vor allem aber Strafzölle, massive Kapitalflucht, eine Währung im freien Fall. Der mexikanische Peso hat im Lauf der Wahlnacht gegenüber dem Dollar bereits mehr als zehn Prozent an Wert verloren.

"Trump ist ein verheerender Hurrikan, vor allem dann, wenn er seine Wahlversprechen einhält", das sagt Augustín Carstens, der Chef der Bank von Mexiko. Der nächste US-Präsident hat unter anderem versprochen, das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta umgehend zu kündigen.

Für die mexikanische Wirtschaft wäre das die größte anzunehmende Katastrophe. Sie ist komplett vom Handel mit dem großen Nachbarn abhängig. Fast 80 Prozent der Exporte gehen in die USA. Das Wachstum der mexikanischen Volkswirtschaft hat sich zuletzt ohnehin schon deutlich verlangsamt. Analysten prophezeien für das erste Trump-Jahr nun eine Rezession von drei Prozent. Boris Herrmann