US-Präsident:"Ich habe Schwarze, die mein Geld zählen! Ich hasse das."

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Erstmals öffentlich unter Rassismus-Verdacht gefallen ist die Trump-Familie 1973. Damals hat das Justizministerium die Immobilienfirma von Donald Trumps Vater Fred verklagt, weil diese angeblich Menschen wegen "ihrer Rasse und Hautfarbe" keine Wohnungen vermieten wollte. Donald Trump hat das damals scharf zurückgewiesen. Das Gericht ist ihm gefolgt.

Im Jahr 1991 erschien das Trump-kritische Buch "Trumped!". Darin erinnert sich ein Ex-Casino-Manager von Trump, John R. O'Donnell, wie Trump sich über die Zustände in den Finanzabteilungen seiner Casinos "Plaza" und "Castle" in Atlantic City beschwert: "Ich habe Schwarze, die mein Geld im Trump Castle und im Trump Plaza zählen! Ich hasse das."

Trump zieht über einen Mitarbeiter besonders her. "Ich glaube, der Typ ist faul. Und das ist wahrscheinlich nicht sein Fehler, weil Faulheit gehört zum Charakter der Schwarzen. Das ist so. Ich glaube das. Es ist nichts, was sie kontrollieren könnten."

Das ist lange her, sicher. Und es ist nicht zweifelsfrei belegt, dass diese Aussagen so gefallen sind. Trump hatte damals zunächst erklärt, was O'Donnell schreibe, sei "wahrscheinlich richtig". Später nahm er das zurück.

Aber Trump erlaubt wenig Zweifel, dass er bis heute so tickt.

Die politische Ausrichtung der Trump-Regierung ist ebenfalls eindeutig. Über 300 000 Menschen aus Haiti, El Salvador, Nicaragua und Honduras sollen bis zum Sommer ihren Schutz unter den TPS-Programm verlieren. Obwohl ihre Heimat-Länder alles andere als sicher sind.

Dass es heute immer noch keinen "Muslim Ban" gibt, den Trump im Wahlkampf versprochen hatte, liegt allein an den Gerichten, die jede Diskriminierung aus religiösen Gründen untersagt haben.

Und das Daca-Programm, das etwa 800 000 Menschen vor Abschiebung schützt, die als Kinder in die USA gebracht wurden, hat Trump im Herbst beenden lassen. Jetzt will er das Programm angeblich mit einem "Gesetz der Liebe" retten. Er verknüpft dies mit den kaum annehmbaren Bedingungen, dass seine Mauer zu Mexiko finanziert, die Greencard-Lotterie abgeschafft und Familiennachzug beendet wird.

Im jüngsten Wahlkampf in Alabama hat Trump den erbitterten Einwanderungsgegner Roy Moore unterstützt. Der hat die Wahl zum Senator dann knapp verloren.

Einer der wichtigsten Treiber hinter dieser Politik ist sein hartrechter Berater Stephen Miller, der wie Trump sehr gut mit dem ebenfalls ultrarechten Populisten Steve Bannon konnte. Dass das jetzt nicht mehr so ist, liegt nicht daran, dass Miller und Trump der politische Ansatz von Bannon zu radikal geworden wäre. Sondern daran, dass Bannon in einem jüngsten Buch Trumps Tochter Ivanka als "dumm wie ein Ziegelstein" bezeichnet hatte.

Die offene Frage bleibt: Ist Trump ein Rassist? Die republikanische Kongressabgeordnete Ileana Ros-Lehtinen aus Florida hat da nach Trumps "Drecksloch"-Kommentar eine klare Haltung: "Wenn das kein Rassismus ist, dann weiß ich nicht, wie Rassismus definiert werden kann."

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