bedeckt München 11°

US-Einsatz in Pakistan:Wie kamen die USA auf die Spur Bin Ladens?

Es waren Geheimdienst-Informationen, die die US-Fahnder auf die richtige Spur brachten: Jahrelang beobachteten sie einen Kurier Bin Ladens, der den Kampfnamen Abu Ahmed al-Kuwaiti trug. Bin Laden war vorsichtig genug, keinem Al-Qaida-Kämpfer seinen Aufenthaltsort zu verraten. Mit Hilfe seiner Kuriere aber kommunizierte der Terrorchef mit seinen Leuten.

Erste Hinweise auf den Mittelsmann al-Kuwaiti sollen Medienberichten zufolge von CIA-Gefangenen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gekommen sein. Bei dem Mann soll es sich um einen in Kuwait geborenen Pakistaner gehandelt haben, der mit Khalid Scheich Mohammed an der Vorbereitung der Attentate vom 11. September in New York beteiligt gewesen soll. Er galt bis zuletzt als einer der engsten Vertrauten Bin Ladens.

Die wahre Identität des Mannes fand die CIA vor vier Jahren heraus, zwei Jahre später wussten die Amerikaner, in welcher Region der Mann tätig war. Mitte 2010 soll der Mann einem Bericht der Nachrichtenagentur dapd zufolge ein Telefongespräch mit einer Person geführt haben, die der Geheimdienst schon eine Weile überwachte. Im August vergangenen Jahres führte al-Kuwaiti die CIA dann zum geheimen Versteck Bin Ladens.

Nach einem Bericht der Washington Post hat die CIA den Gebäudekomplex seither systematisch ausspioniert: Unweit des Geländes habe sich der Geheimdienst ein Versteck eingerichtet. Die Operation sei derart aufwendig gewesen, dass die CIA den Kongress um zusätzliche Millionen Dollar dafür gebeten habe. "Aufgabe der CIA waren das Auffinden und die Standortbestimmung", sagte ein Regierungsvertreter dem Blatt. Die Mitarbeiter hätten von einem geheimen Haus aus Informationen über die Lebensgewohnheiten Bin Ladens gesammelt. Die Agenten sollen dafür auch einheimische Informanten gehabt haben.

Aufgrund der Informationen aus der Überwachung erfolgte dem Bericht zufolge in der Nacht auf Montag der Angriff, bei dem ein US-Sonderkommando den Al-Qaida-Führer tötete. "Die Arbeit des Geheimdienstes war abgeschlossen, und dann war es Sache des Militärs, ans Ziel zu gelangen." Von Februar an habe das Weiße Haus mit den Vorbereitungen für den Zugriff begonnen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite