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US-Kriegsschiff:Videos zeigen "aggressive Manöver" russischer Kampfjets

  • Vier Videoaufnahmen zeigen russische Kampfjets, die gefährlich nahe über ein amerikanisches Kriegsschiff hinwegfliegen.
  • Die Navy nennt die Vorfälle "aggressiv" und spricht von "simulierten Angriffen".
  • Verträge zwischen den USA und der Sowjetunion aus dem Jahr 1972, zu Hochzeiten des Kalten Krieges, verbieten solche Manöver.

Russische Kampfjets sind nach Angaben der amerikanischen Marine gefährlich nahe an einem US-Kriegsschiff vorbeigeflogen. In einer entsprechenden Pressemitteilung bewertet die Navy die Aktion als "aggressives Flugmanöver" und "simulierte Angriffe".

Die Vorfälle sollen sich am 11. und 12. April. ereignet haben, US-Angaben zufolge gut 100 Kilometer vor der russischen Exklave Kaliningrad. Der Zerstörer habe am Montag den polnischen Hafen Gdynia in der Danziger Bucht verlassen gehabt. Am selben Tag überflogen zwei russische Kampfflugzeuge vom Typ Su-24 den Angaben zufolge 20 Mal in geringer Höhe die USS Donald Cook. Mit an Bord des Schiffes war ein polnischer Militärhubschrauber.

Nach Angaben von CNN habe man im Pentagon lange überlegt, ob Bild- und Videoaufnahmen der Vorfälle veröffentlicht werden sollen. Sie wurden anschließend, samt der Mitteilung, über offizielle Kanäle in sozialen Netzwerken verbreitet.

Die Navy schreibt in der Mitteilung, dass sie anlässlich dieser Entwicklungen besorgt sei. Zwischen den USA und der Sowjetunion regelt ein Vertrag aus dem Jahr 1972, also zu Hochzeiten des Kalten Krieges, dass "simulierte Angriffe" verboten sind.

Abstand betrug keine 25 Meter

Alle vier Videoaufnahmen sind nach spätestens 30 Sekunden vorbei. Zu sehen sind zweimal je zwei Flugzeuge, die an der USS Donald Cook vorbeifliegen, zweimal ist es hingegen ein einzelnes. Der Abstand zwischen Flugzeug und Schiff habe in einem Fall keine 25 Meter betragen.

Nach Angaben des Wall Street Journal soll sich auch ein russischer Militärhubschrauber den Schiffen bis auf 30 Meter genähert haben. An Bord sei eine Person in Jeans gewesen; ein Indiz dafür, dass auf russischer Seite eine Person mit an Bord sei, die nicht zum Militär gehöre, wie die Zeitung schreibt.

"Das Schiff hat sich in internationalen Gewässern in der Ostsee befunden und in professioneller Art und Weise Operationen und Übungen mit unseren Verbündeten durchgeführt", sagte Admiral Mark Ferguson.

Bereits 2014, während der Krim-Krise, kam es zu einem vergleichbaren Vorfall. Auch damals flogen Kampfjets desselben Typs an der USS Donald Cook vorbei. Die Distanz betrug jedoch knapp 1000 Meter.

Die Reaktion Russlands

Russland hat den von den USA erhobenen Vorwurf zurückgewiesen. Die russischen Kampfflugzeuge hätten alle Sicherheitsvorschriften eingehalten, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Nach der Sichtung der Cook hätten die russischen Piloten ihre Maschine umgelenkt und dabei "alle Sicherheitsvorschriften eingehalten", erklärte ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums auf Facebook. Es habe sich um einen "Übungsflug" gehandelt. Der Weg der russischen Flugzeuge habe über das Gebiet hinweg geführt, in dem sich das US-Schiff befand, rund 70 Kilometer vom russischen Marinestützpunkt entfernt.

"Ehrlich gesagt verstehe ich die empörte Reaktion unserer amerikanischen Kollegen nicht", erklärte der Sprecher. Wenn sich der US-Zerstörer in der Nähe des russischen Ostsee-Marinestützpunktes befinde, könne er mit dem Prinzip seiner Bewegungsfreiheit auf See nicht das Prinzip der freien Bewegung der russischen Luftstreitkräfte einschränken.