USA:Nach Sturm auf das Kapitol: Trump-Unterstützer zu Haftstrafe verurteilt

USA: Paul Allard Hodgkins (vorne), 38, steht im Senat des US-Kapitols. Rund 800 Randalierer hatten sich zuvor gewaltsam Zugang verschafft.

Paul Allard Hodgkins (vorne), 38, steht im Senat des US-Kapitols. Rund 800 Randalierer hatten sich zuvor gewaltsam Zugang verschafft.

(Foto: AP/AP)

Der 38-Jährige muss acht Monate ins Gefängnis, auch wenn er Reue zeigte. Das Urteil gilt als wegweisend für alle Randalierer, die noch vor Gericht stehen.

Fünf Tote, Dutzende Verletzte und ein schwerer Schaden für die US-amerikanische Demokratie. Das ist die Bilanz des gewaltsamen Sturms von Anhängerinnen und Anhängern des früheren US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol in Washington, das sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus beherbergt.

Ein Mann aus Florida ist nun für seine Teilnahme an diesem Angriff zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der 38-jährige Paul Hodgkins wurde wegen Behinderung eines behördlichen Verfahrens US-Medienberichten zufolge von einem Bundesbezirksgericht schuldig gesprochen. Er war am 6. Januar in die Senatskammer des Kapitols eingedrungen. Unter anderem sieht man ihn auf Bildmaterial mit einer amerikanischen Fahne und einem Trump-T-Shirt neben dem sogenannten "QAnon-Schamanen" stehen, der während des Sturms auf das Kapitol unter anderem eine auffällige Fellmütze mit Büffelhörnern trug. Die Staatsanwaltschaft hatte für Hodgkins 18 Monate Haft gefordert.

Dieses Urteil gilt Beobachtern zufolge als wegweisend für andere Randalierer, die sich ebenfalls vor Gericht verantworten müssen. Er ist der erste Teilnehmer des Sturms auf das Kapitol, der ins Gefängnis muss. Insgesamt haben sich mehr als 500 Personen wegen Teilnahme an dem Angriff vor Gericht zu verantworten.

Laut der englischen Zeitung The Guardian las Hodgkins vor Gericht einen vorbereiteten Text ab. Er entschuldigte sich und beteuerte, sich für sein Verhalten zu schämen. "Wenn ich eine Vorstellung davon gehabt hätte, dass der Protest derart eskalieren würde, hätte ich mich nicht weiter als über den Bürgersteig der Pennsylvania Avenue hinausgewagt", sagte Hodgkins dem US-Bezirksrichter Randolph Moss. "Das war eine törichte Entscheidung von mir."

Der Richter jedoch folgte dieser Argumentation nicht. Er sagte dem US-amerikanischen Nachrichtenmagazin Buzzfeed zufolge, Hodgkins habe sich "aktiv und bewusst" an dem Angriff beteiligt. Amerikaner sollten sich darüber im Klaren sein, dass es "schwerwiegende Konsequenzen" habe, wenn man das Kapitol angreife.

Vor Hodgkins war bereits eine Frau aus dem Bundesstaat Indiana zu drei Jahren Haft auf Bewährung und Schadenersatz in Höhe von 500 Dollar (420 Euro) verurteilt worden. Sie musste jedoch nicht ins Gefängnis, weil sie sich den Angaben zufolge vor Gericht schuldig bekannte und um Entschuldigung bat.

Etwa 800 Anhänger des Ex-Präsidenten Donald Trump waren - auch aufgeheizt durch eine Rede Trumps - in das Kapitol eingedrungen. Trump behauptet bis heute wahrheitswidrig, man habe ihm die Wahl gestohlen. Diese Behauptung wurde jedoch bereits von mehreren Gerichten widerlegt.

© SZ/pwe/berj
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