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New Jerseys Gouverneur Chris Christie:Sticheleien gegen Romney

Der stark übergewichtige Gouverneur - er sagt von sich selbst, er sei "ziemlich fett" - wurde 2011 von Parteiprominenten wie Henry Kissinger und Nancy Reagan dazu gedrängt, an Romneys Stelle als Präsident zu kandidieren. Doch Christie sagte ab. Er bezweifele, schon genügend Erfahrung zu haben.

Auch als Vizepräsidentschaftkandidat wurde Christie gehandelt. Doch seine liberalen Tendenzen - Christie ist für ein strengeres Waffenrecht und einen toleranten Umgang mit Homosexuellen und illegalen Einwanderern - hätten es Romney schwergemacht, beim erzkonservativen Flügel zu punkten. Der Republikaner wählte stattdessen Paul Ryan.

Im Wahlkampf stichelte Christie wiederholt gegen Romney. Er schloss sich früh den Rufen der Liberalen an, Romney solle seine Steuererklärung öffentlich machen. Vor der ersten TV-Debatte machte er Druck auf Romney, indem er verkündete, das Duell werde "die ganze Dynamik dieses Rennens ändern".

Er kann nur gewinnen

Beim Krönungsparteitag der Republikaner in Tampa hielt Christie die keynote speech. Erst nach 17 Minuten fiel darin zum ersten Mal der Name Mitt Romney. In Umfragen gab eine Mehrheit der Republikaner anschließend an, Christie habe eher in eigener Sache geworben als für Romney.

Bereitet da einer seine eigene Präsidentschaftskampagne vor? Angesichts von Christies Lobeshymnen auf Obama wird dieser Verdacht in US-Medien verstärkt diskutiert. Die Kolumnistin Joan Walsh bescheinigt dem Gouverneur, taktisch klug zu agieren: Seine Beliebtheit als Gouverneur hänge davon ab, wie er den Sturm bewältige. Dabei könne ihm der US-Präsident helfen. Seine distanzierte Haltung zu Romney mache Christie zudem glaubwürdig, sollte der Republikaner verlieren. In diesem Fall sei der Weg für eine Kandidatur bei der Wahl 2016 für Christie frei. Dazu müsste er jedoch 2014 in New Jersey wiedergewählt - und eine gute Leistung als Katastrophenhelfer würde da sicher helfen.

Der Gouverneur selbst äußert sich zu solchen Spekulationen nicht. Bei Twitter schrieb er: "Noch haben sich die Wolken nicht verzogen, um den Blick auf die Sonne freizugeben. Aber das ist Teil meines Jobs."

© Süddeutsche.de/segi/rus
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