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US-Geheimdienst CIA:Blutige Episode im Iran

Schätzungsweise mehr als 120 CIA-Agenten arbeiten in Deutschland. Sie haben Zugang zum Anti-Terror-Zentrum in Berlin, sitzen in der Botschaft in Berlin, in Konsulaten, in München und natürlich auch in Frankfurt. Die CIA hatte ihre technische Zentrale für Operationen in Europa viele Jahre in einem Gebäude der ehemaligen I.G. Farben und die NSA hatte eine ihrer deutschen Lauschstationen zwischen Zeil und Großer Eschenheimer Straße in Frankfurt. Amerikanische Abhörer saßen früher in der obersten Etage des Postscheckamtes.

Im Herbst 1989 war das Treiben des CIA-Büros in Frankfurt weltweit unter den Sicherheitsleuten Thema. Die Frankfurter CIA-Leute verwendeten noch die Technik der unsichtbaren Tinte. Ein reichlich ungeschickter Miarbeiter der CIA schickte damals an alle Agenten des Dienstes im Iran Briefe von der gleichen Frankfurter Poststelle, alle mit demselben Absender, in der gleichen Handschrift. Das Agentennetz der CIA im Iran flog auf und etliche Spione wurden hingerichtet.

Druckertinte und amerikanische Uniform

Aus den Anfängen der im Juli 1947 gegründeten CIA ist eine weniger blutige Episode überliefert, die auch in Frankfurt spielte und die der Pulitzer-Preisträger Tim Weiner in seinem Buch über den Geheimdienst (CIA - Die ganze Geschichte") publiziert hat.

Demnach hatte die Polizei 1948 in Frankfurt einen Fälscherring ausgehoben, dessen Hauptfigur ein Pole namens Polansky gewesen sei. Bei ihm waren nicht nur Druckerpressen, Falschgeld, Platten und Druckertinte, sondern auch eine amerikanische Uniform, eine Waffe und eine Karte für den Einkauf im Armee-Laden sichergestellt worden.

Falschmünzerei unter Agenten

Die Anklage gegen ihn bereitete ein US-Offizier vor, der 1948 in der amerikanischen Besatzungszone als Staatsanwalt für den Bezirk Frankfurt tätig war. Er bekam Besuch von einem CIA-Offizier. Der Dialog soll sich so abgespielt haben: "Was kann ich für Sie tun?" "Sie haben den Polen inhaftiert, der Polansky heißt. Er ist einer von uns." "Was meinen Sie mit einer von uns?" "Wir bezahlen ihn. Er gehört zur CIA." "Seit wann stellt die CIA Leute ein, die Dollarnoten fälschen?" "Nee, nee. Das hat er in seiner Freizeit gemacht." "Also zählt es gar nicht, oder?" "Ja eben, es zählt nicht. Er ist unser bester Mann für die Herstellung von Dokumenten, Pässen und allen möglichen Sachen, die wir brauchen, um in den Osten zu gehen." "Okay, das ist alles ganz schön, aber trotzdem hat er eine Straftat begangen, und mir ist es völlig schnuppe, für wen er arbeitet". Der US-Offizier in Frankfurt setzte am Ende durch, dass der CIA-Helfer dann doch wegen Falschmünzerei verurteilt wurde.

Keine Rechtshilfe aus den USA

Ob der Ausgang einer so krummen Geschichte heute ähnlich verlaufen würde, ist eher unwahrscheinlich. Wegen der Verschleppung des Deutsch-Libanesen Khaled el-Masri durch Agenten der CIA nach Afghanistan und der Entführung eines ägyptischen Imams, der über Ramstein in Rheinland-Pfalz nach Kairo geflogen wurde und dort gefoltert worden sein soll, ermittelten deutsche Staatsanwaltschaften gegen CIA-Agenten. Die USA gaben keinerlei Rechtshilfe. Der Europarat hat von 2005 bis 2007 Berichte über in Europa vermutete CIA-Gefängnisse untersucht. Amerika-nische Behörden verweigerten jegliche Auskunft.

Nach einer Liste der deutschen Flugaufsicht haben in den Jahren 2002 und 2003 zwei Jets, die häufig von der CIA gechartert wurden, insgesamt 283 mal die Flughäfen in Frankfurt, Berlin und Ramstein angeflogen. Zu den Aufgaben von Foggo gehörte es, dass sie auch immer wieder mal mit den richtigen Utensilien beladen wurden. Das konnte beispielsweise weiches Sperrholz sein. Das Holz sollte verhindern, dass sich die Häftlinge bei den Verhören verletzten, wenn sie gegen die Wand geworfen wurden.

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