US-Demokraten:Erboste Reaktion der Republikaner

Per Pressemitteilung erklärt Donald Trump, der republikanische Herausforderer Clintons, dass er "absolut schockiert" über die neuen Dokumente sei. Er könne nicht verstehen, wieso das FBI die Demokratin nicht anklage. Trumps Reaktion ist typisch für die Überzeugung vieler konservativer Amerikaner: Clinton sei nur wegen ihrer Verbindungen einem Prozess entgangen und gehöre eigentlich ins Gefängnis. Bei Trump-Events sind überall "Hillary for Prison"-Shirts und Sticker zu sehen.

Unbedingt den Einzug von Hillary (und Ehemann Bill) Clinton ins Weiße Haus zu verhindern - das ist ein entscheidendes Argument für Reince Priebus. Der oberste Republikaner-Funktionär appelliert an all jene trump-skeptischen Republikaner, für den Immobilien-Mogul zu stimmen, damit die verhasste Demokratin nicht Präsidentin wird. "Die Dokumente zeigen, dass Clinton entweder das FBI oder die Öffentlichkeit belogen hat", verkündete Priebus. Klar sei: Clinton habe sich durch ihr eigenes Handeln disqualifiziert.

Das sind die Folgen für den Wahlkampf

Auch wenn die US-Medien stundenlang über die FBI-Veröffentlichung berichtet haben: Es geht hier mittlerweile um sehr viele, sehr technische Details, mit denen sich Normalbürger nicht beschäftigen. Die meisten Wähler haben ihr Urteil zur E-Mail-Affäre schon gefällt: Demokraten finden sie entweder verzeihlich oder schimpfen auf die Hexenjagd der Republikaner. Die hingegen halten Clinton deshalb für völlig ungeeignet, um Präsidentin zu werden.

Bis zum Wahltag am 8. November wird die Demokratin das Thema nicht mehr los. Ihr zögerlich-arroganter Umgang (ein "sorry" kam ihr erst nach Monaten über die Lippen) hat dazu geführt, dass nur 40 Prozent der Wähler sie sympathisch finden. Rivale Trump ist allerdings genauso unpopulär.

In den drei TV-Debatten (26. September, 9. Oktober und 19. Oktober) wird die 68-Jährige erneut Fragen rund um die E-Mails beantworten müssen. Mitte Oktober werden möglicherweise neue Details zur Clinton-Familienstiftung (Hintergründe hier) bekannt. Dann erhält die Nachrichtenagentur AP die Terminkalender aus Clintons Jahren als Chef-Diplomatin. Jedes einzelne ihrer Gespräche lässt sich dann nachvollziehen.

Linktipps: Wer die 58 Seiten selbst lesen möchte, finden die PDFs auf der Website des FBI. Die New York Times bilanziert "sechs Dinge, die wir gelernt haben". Die konservative Website Breitbart News, deren Chef Steve Bannon Donald Trump im Wahlkampf unterstützt, berichtet unter anderem - wenig überraschend - sehr kritisch in diesem Artikel.

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