Unter den Zuschauern im Sitzungssaal 104 des Regensburger Landgerichts ist am Mittwochnachmittag auch Thomas Bein, Anästhesist und Intensivmediziner, 72 Jahre alt. Bis zu seiner Pensionierung leitete er eine Intensivstation am hiesigen Uniklinikum. Dass der Vorsitzende Richter den Angeklagten, den die Staatsanwaltschaft wegen Mordes angeklagt hatte, an diesem Nachmittag freisprechen wird, ist auch Beins Verdienst. Er war einer von drei Sachverständigen, die von der Verteidigung in diesem überaus komplexen Verfahren aufgeboten wurden. Bundesweit haben Intensivmediziner den Prozess verfolgt. Viele befürchteten, er könne für ihre Arbeit schwerwiegende Konsequenzen haben. Auch nach dem Urteilsspruch sieht Intensivmediziner Bein Grund zur Sorge.
Freispruch für Kelheimer Narkosearzt„Pyrrhussieg für die Intensivmedizin“
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Freispruch nach einem Jahr in U-Haft: Der Angeklagte (vorn) mit seinem Verteidiger im Verhandlungssaal des Landgerichts Regensburg.
Ute Wessels/dpaDas Regensburger Landgericht spricht einen Arzt vom Mordvorwurf frei – er hatte die Intensivbehandlung eines 79-Jährigen beendet und eine Palliativtherapie eingeleitet. Fachleute befürchten dennoch schwerwiegende Konsequenzen für die Arbeit auf Intensivstationen.
Von Rainer Stadler, Regensburg
