Urteil in Texas 18 Jahre Haft für Giftbrief an Obama

Shannon Guess Richardson wird in Handschellen aus dem Gericht in Texas geführt. Die Schauspielerin ist zu 18 Jahren Haft verurteilt worden.

(Foto: AP)

Die Schauspielerin Shannon Guess Richardson ist in Texas zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sie hatte mehrere Briefe mit dem tödlichen Gift Rizin verschickt - einer davon ging an US-Präsident Obama.

  • Urteil in einem spektakulären Fall: Die US-Schauspielerin Shannon Guess Richardson muss für 18 Jahre ins Gefängnis, weil sie mehrere Briefe mit dem tödlichen Gift Rizin verschickt hat.
  • Die Briefe gingen an US-Präsident Obama, den früheren New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und einen Aktivisten für schärfere Waffengesetze.
  • Briefe enthielten Drohungen, die sich auf Diskussion über Waffengesetze bezog.

US-Schauspielerin zu 18 Jahren Haft verurteilt

Weil sie einen Giftbrief unter anderem an US-Präsident Barack Obama schickte, ist eine Schauspielerin zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Bundesrichter in Texarkana im Bundesstaat Texas verurteilte Shannon Guess Richardson am Mittwoch zudem zu einer Entschädigungszahlung von 367 222 Dollar (mehr als 270 000 Euro).

Die 36-Jährige hatte sich im Dezember schuldig bekannt, Briefe mit dem hochgefährlichen Gift Rizin an Obama sowie den früheren New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und einen Aktivisten für schärfere Waffengesetze verschickt zu haben.

In dem mit Schreibmaschine getippten Brief voller Rechtschreibfehler an Bloomberg hieß es unter anderem: "Ihr werdet mich und meine Familie töten müssen, bevor Ihr meine Waffen bekommt. Was in diesem Brief ist, ist nichts im Vergleich zu dem, was ich für Euch plane." Auch der Brief gegen Obama enthielt der Polizei zufolge Drohungen, die sich auf die politische Diskussion über Waffengesetze bezog.

Vor Gericht hatte sich Richardson entschuldigt: "Ich wollte nie jemanden verletzen. Ich bin kein schlechter Mensch. Ich habe es nicht in mir, jemanden zu verletzen." Der Richter zeigte sich unbeeindruckt. Richardson habe "viele Menschenleben gefährdet und Beamte auf höchster Regierungsebene bedroht". Ihre Handlungen hätten schwerwiegende Folgen haben können.

Staatsanwalt spricht von "angemessenem und gerechtem Ende"

Mit dem Urteil sei einer der wohl "ungewöhnlichsten" und "skurrilsten" Fälle zu einem "angemessenen und gerechten Ende" gebracht worden, erklärte Staatsanwalt John Bales. Die Ermittlungen seien "sehr herausfordernd" gewesen.

Der Anklage zufolge hatte sich die Schauspielerin die Zutaten zur Herstellung des Gifts im Internet besorgt. Am 20. Mai 2013 schickte sie die mit Rizin präparieren Drohbriefe ab. Zehn Tage später ging sie zur Polizei und machte ihren Mann für die Tat verantwortlich. Im Juni wurde sie festgenommen.

Rizin lähmt die Atemwege und kann bei Verschlucken bereits in kleinsten Dosen tödlich wirken. Im Mai war bereits ein 41-jähriger Kampfsportlehrer aus Mississippi zu 25 Jahren Haft verurteilt worden, weil er Briefe mit Rizin an Obama sowie an einen Senator und einen Richter verschickt hatte.

Richardson spielte kleinere Rollen in den US-Fernsehserien "The Walking Dead" und "Vampire Diaries". Sie ist Mutter von sechs Kindern, eines davon kam vorzeitig zur Welt, als sie schon in Untersuchungshaft war.

Briefe nach Amoklauf von Newtown verschickt

Die Schauspielerin hatte die Briefe ein halbes Jahr nach dem Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School in Newtown, Connecticut, vom Dezember 2012 verschickt. Dieser hatte in den USA eine heftige Debatte über die Verschärfung der Waffengesetze ausgelöst.