Im April 2005 entlässt Präsident Juschtschenko, auf den im Wahlkampf ein Giftanschlag verübt wurde, die Regierung samt Premierministerin Julia Timoschenko. Korruptionsvorwürfe und steigende Preise hatten die Regierung nur sieben Monate nach der Orangefarbenen Revolution innenpolitisch unter Druck gesetzt. Mit der Entlassung seiner Mitstreiterin Timoschenko verfolgt Juschtschenko auch außenpolitische Interessen. Ohne konkrete Beitrittsperspektive zur EU sieht sich Juschtschenko gezwungen, den Kontakt zu Russland zu suchen. Timoschenko, die den Einfluss der russischen Konzerne eingrenzen will, ist der Regierung in Moskau unangenehm. Aus dem einstigen "Traumpaar der Revolution" werden Rivalen.

Bild: AP 11. Oktober 2011, 12:512011-10-11 12:51:52 © sueddeutsche.de/Jakob Kienzle/mit Material von dpa/mati