Süddeutsche Zeitung

Aktuelles Lexikon:UNRWA

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinenser.

Von Bernd Dörries

Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (United Nations Relief and Work Agency for Palestine Refugees in the Near East, UNRWA) wurde 1949 gegründet. Es soll sich um jene Palästinenser kümmern, die im Zuge der Staatsgründung Israels aus ihrer Heimat vertrieben worden waren. Die UNRWA betreibt im Gazastreifen, im Westjordanland, in Syrien, Libanon und Jordanien Schulen und Krankenhäuser und verteilt auch finanzielle Hilfe. Sie beschäftigt 30 000 Mitarbeiter und vergibt auch den Flüchtlingsstatus an durch die Staatsgründung Vertriebene. Es handelt sich ursprünglich um eine Gruppe von 700 000 Menschen, deren Zahl aber mittlerweile auf 5,9 Millionen angestiegen ist, da sie auch die Nachkommen erfasst. Eine UN-Resolution vom Dezember 1948 gesteht allen Flüchtlingen aus Palästina und deren Nachkommen ein Recht auf Rückkehr zu, die "in Frieden mit ihren Nachbarn leben wollen". Israelis aller politischen Lager sehen darin eines der größten Hindernisse für eine Beilegung des Konflikts. Die Schulbücher in UNRWA-Schulen sind seit Jahren umstritten, weil manche von ihnen antisemitische Inhalte enthalten. Die Organisation sagt, sie müsse den Lehrplänen der Gastländer folgen; Studien würden belegen, dass in den Büchern nicht zur Gewalt gegen Israel aufgerufen werde. Im Gaza-Krieg wurden bisher mehr als 150 UNRWA-Mitarbeiter getötet.

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