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Unruhen in Syrien:Blutige Kämpfe in Homs - Jubel in Damaskus

Die Gewalt in Syrien nimmt kein Ende: Wieder sollen bei Ausschreitungen mehrere Menschen getötet worden sein. Die EU will den Druck auf das syrische Regime erhöhen, Assad aber zeigt sich davon unbeeindruckt: Er lässt sich in Damaskus von seinen Anhängern feiern.

Die Fronten zwischen Regimeanhängern und Oppositionellen in Syrien wird immer größer. Im Zentrum von Damaskus feierten Anhänger von Präsident Baschar al-Assad dessen elfjähriges Amtsjubiläum. Derweil kam es in anderen Städten erneut zu gewaltsamen Demonstrationen. Aktivisten meldeten, bei Ausschreitungen in der Stadt Homs seien seit Sonntag vier Regimegegner und sieben Mitglieder der regimetreuen Schabiha-Miliz getötet worden. Außerdem seien drei weitere Leichen von Unbekannten in den Straßen der Stadt gefunden worden.

Assad-Anhänger demonstrieren ihre Solidarität mit dem Regime in Damaskus: 100.000 Syrer sind anlässlich des Amtsjubiläums von Präsident Assad in der syrischen Hauptstadt auf die Straße gegangen.

(Foto: AP)

Es wären die ersten schweren Auseinandersetzungen innerhalb der Zivilbevölkerung seit Beginn der Proteste gegen die Regierung im März. Für die Berichte gab es keine unabhängige Bestätigung, ausländischen Journalisten verwehrt das syrische Regime die Berichterstattung. Assad setzte bislang das Militär und Sicherheitskräfte gegen die Oppositionsbewegung ein.

In Damaskus versammelten sich am Sonntagabend mehr als 100.000 Syrer auf dem Omajaden-Platz, wo sie mit Feuerwerk und Musik Assads Amtsjubiläum feierten. Sie gelobten ihre Treue zum Vaterland und zum Präsidenten. Assad war am 17. Juli 2000 als Präsident vereidigt worden, wenige Tage nach dem Tod seines Vaters, Präsident Hafis al-Assad.

Die Europäische Union kündigte derweil an, den Druck auf die Regierung in Damaskus erhöhen zu wollen. Präsident Assad müsse politische Reformen einleiten oder sich von der Macht zurückziehen, sagte der britische Außenminister William Hague in Brüssel vor einem Treffen mit seinen EU-Kollegen. Die Lage in dem Land sei "sehr ernst".

Hague schloss auch weitere Sanktionen gegen die Regierung in Damaskus nicht aus. Die EU-Außenminister wollen bei ihrem Treffen das anhaltende gewaltsame Vorgehen der syrischen Regierung gegen die Opposition scharf kritisieren. "Das Vorgehen gegen die Demonstranten muss verurteilt werden", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP). Seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow wollte Westerwelle drängen, eine Resolution gegen Assad nicht länger zu blockieren.

Es sei "klar", dass die Führung um Assad einer neuen Regierung Platz machen müsse, sagte der schwedische Außenminister Carl Bildt. "Sie hat ihre Glaubwürdigkeit und Legitimität verloren." Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte, die EU habe bereits "sehr deutlich gemacht", dass die Gewalt ein Ende haben müsse. Sie forderte ebenso wie der finnische Außenminister Erkki Tuomioja die Aufnahme eines Dialogs zwischen der Regierung und der Opposition in Syrien. "Wir sollten alles uns Mögliche tun, abgesehen von einer Intervention natürlich, um einen Wandel in Syrien zu unterstützen", sagte der finnische Minister.