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Unicef-Report über Homs in Syrien:Hunderttausende Frauen und Kinder in Gefahr

Syrische Flüchtlinge im Libanon

Syrische Flüchtlinge im Libanon, die aus Kusair nahe Homs geflohen sind

(Foto: dpa)

Sorge um Zivilisten: Das Kinderhilfswerk Unicef fürchtet um das Schicksal der Kinder und Frauen, die im syrischen Homs zwischen die Fronten geraten sind. Einem Bericht zufolge werden in der Stadt schon die Lebensmittel knapp.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef sorgt sich um Hunderttausende Frauen und Kinder, die in der syrischen Stadt Homs eingeschlossen sind. Die Lage der etwa 400.000 Menschen im Stadtteil al-Waer "verschlechtert sich rasant", erklärte Unicef. Da in der Gegend neue Kontrollposten eingerichtet worden seien, werde die Versorgung der Eingeschlossenen, bei denen es sich vor allem um Frauen und Kinder handele, immer schwieriger.

Es gebe aus al-Waer täglich Berichte über gewaltsame Zusammenstöße und über Angriffe mit Raketen und Mörsern. Dem Bericht zufolge gibt es in dem Viertel zwar noch Wasser und Strom, "aber Gemüse, Milch und andere wichtige Lebensmittel werden immer knapper". Unicef forderte alle Konfliktparteien dazu auf, Hilfskräften einen sicheren Zugang zu den Menschen zu gewähren. Die Eingeschlossenen müssten außerdem die Möglichkeit bekommen, das Gebiet "in Sicherheit und Würde" zu verlassen, falls sie dies wollten.

Die Stadt Homs, lange Zeit eine Hochburg der Rebellen, ist einer der besonders heftig umkämpften Orte im syrischen Bürgerkrieg. Zahlreiche Menschen waren vor der Gewalt aus anderen Stadtteilen nach al-Waer geflohen und sitzen nun dort fest.

Rebellen erobern Nachschub

Nahe Damaskus eroberten islamistische Rebellenbrigaden in nächtlichen Kämpfen drei Munitionsdepots. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, die Angreifern hätte in Kaldun nördlich der Hauptstadt panzerbrechende Munition und Panzerfäuste erbeutet.

Am Donnerstag wurden in Homs laut Aktivisten bei der Explosion eines Munitionslagers regierungstreuer Milizen mindestens 40 Menschen getötet, darunter zahlreiche Zivilisten. Seit Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien vor mehr als zwei Jahren wurden nach UN-Angaben mehr als 100.000 Menschen bei den Kämpfen zwischen Aufständischen und Regierungstruppen getötet. Millionen weitere wurden aus ihrer Heimat vertrieben. 75 Prozent der Flüchtlinge sind nach Angaben der Vereinten Nationen Frauen oder Kinder.

© Süddeutsche.de/AFP/dpa/jasch/jobr
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