Monatelang war es in Brüssel verdächtig still, wenn es um Ungarn ging und die Wahl, von der für Europa so viel abhing. Je näher der Termin rückte, desto schriller schoss Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán gegen Brüssel, gegen Kommissionschefin Ursula von der Leyen (CDU), gegen den Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), den CSU-Politiker Manfred Weber. Orbán zeigte die beiden auf Wahlplakaten als Repräsentanten einer EU, die Ungarn angeblich in den ukrainischen Krieg gegen Russland verwickeln wollten. Doch je heftiger die Attacken wurden, desto schweigsamer wurden jene „Brüsselianer“, die Orbán zu seinen Feinden erklärt hatte.
UngarnPéter Magyar, ein Europäer, aber ein schwieriger Partner
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In Brüssel feiert man die Abwahl Viktor Orbáns – und verspricht sich viel vom Wahlsieger. Doch einfach wird es auch mit ihm nicht. Sein erster Prüfstein: der EU-Kredit für die Ukraine, den Orbán blockiert hat.
Von Jan Diesteldorf und Josef Kelnberger, Brüssel
