UngarnVerfassungsänderung hält Orbán von der Macht fern

Blick ins ungarische Parlament.
Blick ins ungarische Parlament. ATTILA KISBENEDEK/AFP

Das Parlament in Budapest beschließt: Wer mehr als acht Jahre regiert hat, darf kein Ministerpräsident mehr werden. Das gilt für den Langzeit-Premier Orbán, aber auch für seinen Nachfolger Magyar.

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Nach einer vom ungarischen Parlament beschlossenen Verfassungsänderung kann der im April abgewählte Rechtspopulist Viktor Orbán nie wieder Ministerpräsident werden. Für die Vorlage aus dem Lager um den neuen Regierungschef Péter Magyar stimmten 135 Abgeordnete, 50 stimmten dagegen und sechs enthielten sich der Stimme, wie aus Angaben der Parlaments-Webseite hervorgeht.

Der Verfassungsänderung zufolge darf niemand das höchste Regierungsamt ausüben, der dieses bereits insgesamt mindestens acht Jahre innehatte. Orbán blickt auf 20 Jahre im Amt des Ministerpräsidenten zurück, er regierte von 1998 bis 2002 und von 2010 bis 2026. Die neue Regelung gilt auch für den neuen Regierungschef Magyar. Demnach kann er höchstens zwei volle Legislaturperioden im Amt bleiben. Das heißt, er kann einmal wiedergewählt werden, wenn es nicht zu vorgezogenen Wahlen kommt.

Die Beschränkung der Amtszeit des Ministerpräsidenten ist für moderne Demokratien ungewöhnlich. Im Wahlkampf Magyars und seiner bürgerlichen Tisza-Partei war sie jedoch eines der zentralen Wahlversprechen. Die Parlamentswahl am 12. April hatte Tisza klar gegen Orbáns Fidesz-Partei gewonnen.

Im neuen Parlament hat Tisza eine komfortable Zweidrittelmehrheit. Bei der Abstimmung am Montag brachte sie diese erstmals zur Anwendung, um in die bestehende Verfassung einzugreifen. Diese hatte Orbán vor 16 Jahren schaffen lassen, er selbst ließ sie häufig ändern.

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