Medien in UngarnDer letzte Dorn in Orbáns Auge

Lesezeit: 5 Min.

Ein Infoscreen von RTL in Budapest 2021. Damals hatte die Regierung Ungarns Medienlandschaft bereits weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht.
Ein Infoscreen von RTL in Budapest 2021. Damals hatte die Regierung Ungarns Medienlandschaft bereits weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht. (Foto: ATTILA KISBENEDEK/AFP)

In Ungarn erstirbt mehr und mehr die öffentliche Kritik an der rechtspopulistischen Regierung – nur der Bertelsmann-Sender RTL hält als einziges großes unabhängiges Medienunternehmen stand. Die Frage ist: Wie lange noch?

Von Caspar Busse, Jan Diesteldorf und Verena Mayer, München/ Brüssel/ Wien

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der ungarische Fernsehsender RTL nicht von seinem deutschen Pendant. Man findet viel Berichterstattung über Promis, Realitysoaps und natürlich Fußball. Und doch ist etwas gravierend anders: RTL Ungarn ist das letzte wirklich reichweitenstarke Medium in Ungarn, das nicht regierungsnah ist. Das sieht man etwa an einem Beitrag über Missstände in einer Budapester Jugendstrafanstalt. Die Insassen dort sollen, wie kürzlich bekannt wurde, systematisch misshandelt und zur Prostitution gezwungen worden sein. Der RTL-Beitrag handelt davon, dass die ungarische Regierung bereits zwölf Jahre vor der Verhaftung des ehemaligen Direktors gewusst haben soll, dass dieser eine verdächtige Beziehung zu einer Minderjährigen gehabt habe.

Zur SZ-Startseite

Polen, Ungarn und die EU
:Im Lager der Neinsager

Eigentlich tickt Polens Premier Donald Tusk politisch ganz anders als sein ungarischer Kollege Viktor Orbán. Doch ihm sitzt die rechtspopulistische PiS-Partei im Nacken. Deshalb hadern beide Länder mit der EU.

SZ PlusVon Viktoria Großmann und Verena Mayer

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: