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Ungarn:Die Opposition feiert das Ergebnis als ihren Sieg

Die linke Opposition fordert nun den Rücktritt des Premiers. Der Chef der sozialdemokratischen MSZP, Gyula Molnár, sagte, keine Regierung zuvor habe eine so "beschämende, manipulative und ungesetzliche Hasskampagne" im Land gefahren; man werde einen Untersuchungsausschuss beantragen, der die hohen Ausgaben aus Steuergeldern prüfen soll - die Rede ist von 30 bis 50 Millionen Euro.

Die linken Oppositionsparteien feiern die Ungültigkeit des Referendums zugleich als ihren Erfolg. Man habe in den letzten Wochen vor der Abstimmung noch Hunderttausende Wähler von der Unsinnigkeit des Projekts überzeugen können. Auch die Zahl derer, die absichtlich ungültig gestimmt und damit gegen das Referendum protestiert hätten, sei ungewöhnlich hoch gewesen.

Tatsächlich zeigt eine detaillierte Auswertung der Daten, dass die Wahlbeteiligung nur in 52 Städten höher lag als 50 Prozent, in der Hauptstadt Budapest war sie am niedrigsten. Fidesz hatte bereits angekündigt, dass jene Bezirksbürgermeister, in deren Stadtteilen die Wahlbeteiligung besonders gering war, mit Konsequenzen zu rechen hätten.

Mehrere Oppositionsparteien - die MSZP, Együtt (Gemeinsam) und die sozialliberale DK von Ex-Premier Ferenc Gyurcsány - werten das Ergebnis der Abstimmung als Schlappe für die Regierung und denken nun über ein gemeinsames Vorgehen bei der nächsten Wahl nach. Man werde in den kommenden Monaten ein Positionspapier ausarbeiten und über die Aufstellung gemeinsamer Kandidaten sprechen.

Die rechtsextreme Jobbik winkte gleich ab, sie werde unter keinen Umstände mit den Linksparteien gegen Fidesz zusammenarbeiten - "Wölfe kooperieren nicht mit Hasen".

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