Nach seiner klaren Wahlniederlage in Ungarn hat Ex-Regierungschef Viktor Orbán angekündigt, sein Abgeordnetenmandat niederzulegen. Er werde „derzeit“ nicht im Parlament gebraucht, erklärt Orbán via Facebook – stattdessen wolle er sich auf die „Neuorganisation des nationalen Lagers“ konzentrieren. Als Fidesz-Parteichef will er hingegen weitermachen, sofern ein Parteitag im Juni dafür stimmt.
Die konservative Tisza-Partei von Oppositionsführer Péter Magyar hatte bei der Wahl vor zwei Wochen eine Zweidrittelmehrheit errungen und löst Orbán nach 16 Jahren an der Macht ab. Magyar hat einen „vollständigen Regimewechsel“ angekündigt.
In vielen EU-Staaten war Orbáns Niederlage mit Erleichterung aufgenommen worden: Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk spottete beim EU-Gipfel in Nikosia: „Das erste Mal seit Jahren waren keine Russen im Raum, wenn Sie wissen, was ich meine.“

