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Unfälle:Tödliches Risiko

E-Scooter sind in anderen Ländern bereits länger zugelassen als in Deutschland. Doch nicht immer sind die Erfahrungen mit den elektrisch betriebenen Rädern oder Rollern sehr vorteilhaft - wie das Beispiel Israel zeigt.

E-Scooter sind in anderen Ländern bereits länger zugelassen als in Deutschland. Doch nicht immer sind die Erfahrungen sehr vorteilhaft. Beispiel Israel: Wer auf den Straßen und Gehwegen in Tel Aviv unterwegs ist, wird häufig, links, rechts, ganz egal, von den Flitzern überholt. Daran hat auch ein neues Gesetz nicht viel geändert, das seit 1. Januar 2019 in Kraft ist. Es sieht strengere Regeln für die Benutzung von E-Bikes und E-Scootern vor.

Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren müssen einen Kurs absolvieren, um eine Fahrerlaubnis zu erhalten. Wer einen Theorietest mit 30 Fragen besteht, erhält eine Art Führerschein der neuen Kategorie A3. Bei Verstößen kann die Fahrerlaubnis für einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten entzogen werden.

Wer unter 16 Jahre alt ist, darf diese Fortbewegungsmittel im Straßenverkehr überhaupt nicht nutzen. Die Regelung gab es vor dem neuen Gesetz auch, aber sie wurde weitgehend ignoriert. E-Scooter und E-Bikes dürfen seit Jahresbeginn sogar beschlagnahmt werden, um das Fahrverbot bei allen, die jünger als 16 Jahre alt sind, durchzusetzen. Eine allgemeine Helmpflicht - die es für unter 18-Jährige bereits gibt - wird noch diskutiert.

Israels Regierung sah sich im Vorjahr zum Handeln gezwungen, nachdem in den ersten neun Monaten 18 Menschen, die auf einem E-Bike oder E-Scooter unterwegs waren, bei Unfällen getötet worden waren. In den beiden Vorjahren waren es je zehn Tote. Hunderte Teenager werden jedes Jahr verletzt.

Vergehen werden nun strenger geahndet. Dazu zählt auch Telefonieren, wenn man mit einem der Flitzer unterwegs ist. Strengere Strafen gibt es auch für die Manipulation der fahrbaren Untersätze, wenn die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde überschritten wird.

E-Bikes und -Roller werden in Israel immer beliebter - auch, weil der öffentliche Nahverkehr schlecht ausgebaut ist. Nach Angaben des Verkehrsministeriums gibt es mehr als 250 000 E-Bikes und E-Scooter in dem Land mit rund acht Millionen Einwohnern. Die größeren Geschäfte in Tel Aviv verkaufen bis zu tausend Stück pro Monat. Dazu kommen noch E-Scooter-Ausleihdienste wie Bird und Lime.